Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1922)
- Date
- 1922-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Vorschlag einer Fu>ion zw- KJV. und Biau-WeiU .^r5 scheidenden Fragen wirklieh beiaht. Voraussetzung einer Fusion müsse sein, daß der Blau-Weiß nicht nur zu organisatorischen Kompromissen bereit ist, sondern wirklich die erzieherischen Prinzipien des KJV. anerkenne. In der weiteren 1 >:skussion. an der u. a. R I u m e r. f e 1 d , Felix Roscnblüth und Hermann Weil teilnahmen, setzte man sich ausführlich mit den vorgebrachten Bedenken au>emaiider. Fs wurde wiederholt festgestellt, daß der Zeitpunkt der Fusion deswegen so günstig <;ei, weil gerade im Augenblick die Bedürfnisse der beiden Verbände sich gegenseitig ergänzen. Gegenüber den Einwänden von Fromm wurde gesagt: Die Erziehung mit jüdischen Inhalten, die heute nur voen wenigen im Kartell ernsthaft durchgeführt wird, ist eine Frage der vorhandenen Erzieher. Der Boden für eine derartige Entwicklung ist aber, wie Hermann Weil hervorhob, im Blau-Weiß nicht geringer als bei uns. Sie ist im wesentlichen die Aufgabe desjenigen, der imstande ist, durch die Art seines Lebens und Lehrens jüngeren Menschen Vorbild zu sein. Nur im engsten Zusammenhang mit der Jugend werden wir auf diesem Gebiete zu sichtbaren Erfolgen kommen. Diese „Kulturbesinnung" wird aber über die Grenzen des KJV. hinaus Jugend ergreifen müssen; der Wert dieser Idee müsse sich daran zeigen, daß sie, unter Verzicht auf eine Karenzzeit, die giößeren Möglichkeiten der Bewährung freudig ergreife. Wie überall, kommt "es auch hier darauf an, sien kämpfend im Leben der Jugend durchzusetzen. Im ganzen wurde für die Fusion im Laufe der Diskussion die Anschauung vertreten, die schon im vorstehenden erörtert worden. Am Schluß der Sitzung wurde eine Kommission gewählt, die die weiteren Verhandlungen mit dem Blau-Weiß führen wird. '";e besteht aus den Bundesbrüdern Bertram Fisher, Bruno Perl und Leo Rosenb 1 ü t h. Es ist selbstverständlich, daß die Entscheidung in der Frage der Fusion bei dem a.-o. KT. liegt und daß auf diesem die ganze Frage "n aller Ausführlichkeit behandelt werden muß. Es muß auch betont werden, daß auch nach der Meinung des Präsidiums die Verhandlungen bisher nur eine Einigung in den Grundzügen gebracht haben, während wichtige, für das Ergebnis vielleicht entscheidende Einzelheiten noch zu erledigen sind. Inzwischen wird die Kommission die Details einer Fusion besprechen, und wir werden laufend über die Besprechungen informieren. Daneben wird man damit beginnen, an den .Orten, wo Corporationen und Blau-Weiß-Bünde sind, die Fühlung mit den einzelnen Zügen und Führern aufzunehmen und wird den Versuch einer Zusammenarbeit schon deswegen machen müssen, weil bei ihm viele Fragen, die bisher nur theoretisch erörtert wurden, auf ihre praktische Durchführbarkeit untersucht werden können. Nur noch wenige Wochen trennen u^s von dem a.-o. KT. Bei der Bedeutung der Frage, die weit über den Rahmen des Kartells und des Blau Weiß hinaus heute auch schon andere zionistische Kreise in Deutschland interessiert, müssen wir in crr^-.e^er Vcrantwortmg das Für und Wider erörtern. Wir sind uns darüber kl t. daß diese Fusion in keine Parallele zu setzen ist zu der Fusion vm K>j i. d'if» sie w^i; schwierig:r ist. weil es sich um die Verschmelzung zweier nicht einheitlichen Bünde handelt. Wir haben im vorstehenden den Versuch gemacht. Euch darzulegen, wie wir uns die neue Org-mV>-''>:-sform denken. Wir gruben, daß in ihr die Möglichkeit zu einer e:u:^:,1ichen Er/'.' -ng gegeben ist. ,' uch 1)14 hatte mau Sorge, daß die FT.heit'ickkeit in e'nem der beiden Verbände gestört werden können, und m tu schrieb dama's mit Recht, was man auch heute sagen darf: ..Selbs:\ rv;' ndlich niu:) d neue Kartell einheitlich sein. Die Einheitlichkeit aber ' -gt nur \r\\ J.r bräJer'ichen Stimmung ab. die das Kartell schafft." Fb .--o wie d^m-i^ erhoffen wir von dieser neuen Verschmelzimg d :s Fr..'-' erdetv-e Krä?;e-\ J'e ihre