Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1922-10-01 · Heft 8 (Oktober 1922) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 8 (Oktober 1922)
Date
1922-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3537599-3537768-3537776--5752-3543875
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Vorschlag einer Fusion /wischen KJV. und Bhu-WVß sonders bei den späteren Besprechungen in Berlin wurde vom Blau-Weiß die Stellung zur Organisation in dem Sinne dargestellt, daß auch der Blau- Weiß die Organisation als das Instrument der zionistischen Bewegung anerkenne, 'und -A1.it wirk uns: in der Organisation als Pflicht seiner Aeltereit betrachte. Andere Fragen, die wir einer Kritik unterzogen hatten, — z. B. die An der zionistischen Erziehung der älteren Jugend wurden dort angeschnitten, und wir hatten den Eindruck, daß der Bkiu-Weiß sich ernsthaft mit allen Fragen beschäftigen würde, die durch den Bundestag aktuell geworden sind. Schon or Cassel hatten Besprechungen zwischen Mitgliedern des Präsidium d Mitgliedern der Bundesleitnng stattgefunden, deren Inha't die Mögliche einer Fusion war. Die Lage in Cassel war aber no, . nicht reif für v'rkliche zielbewußte Fusionsverhandlungen. Erst nachdem sich in den Besprechungen, die in Berlin nach Cassel stattfanden in den Grundlagen der Differenzen Veränderungen gezeigt hatten, kam man zu einer Verständigung und zu den Fusionsvorschlägen. Um unser Vorgehen zu verstehen, sei noch deutlich gesa.gt: Die Ereignisse des letzten Bundestags des Blau-Weiß hatten zweifellos unsere Entschlüsse beeinflußt und hatten uns vor eine Aufgabe gestellt, die auch sonst der Entwicklung und der Situation im Kartell entsprach. Die Gefahr, daß der Blau-Weiß getrennt von uns ein Sonderleben führen würde, hatte die Frage des Nachwuchses und die Frage der Verantwortung gegenüber der jüdischen Jugend bei uns aufgeworfen. Wir sind deshalb damals mit scharfer Kritik gegen den Blau-Weiß vorgegangen, in dem Gefühl, daß nur auf diesem Wege eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Blau-Weiß möglich sei. Wir haben es auf den KJVer Besprechungen in Cassel deutliche zum Ausdruck gebracht, daß wir keinen Kampf, wenn er sich vermeiden läßt, wollen, und haben überall erklärt, daß wir in diesen Auseinandersetzungen den besten, vielleicht den einzigen Weg zu einer Verständigung und Einigung sehen. Im Anblick dieser Ereigu.sse hatten wir die Notwendigkeit dargelegt, uns mit der Frage unseres Nachwuchses und der Schaffung eigener .lugendgruppen zu beschäftigen. Wir hatten ferner versucht, zu zeigen, daß infolge der Situation in der heutigen jüdischen Jugend auch viele unserer Formen einer Revision bedürften, wobei wir immer wieder betonten, daß sich an den Erziehungsmitteln nichts wesentliches ändern darf. Dieser Weg führte nicht, wie viele glaubten, vom Blau-Weiß weg, sondern auf ihn zu. Unsere Vorschläge mußten aber auf jeden Fall so gestaltet sein, daß sie den Kartellinteresscn entsprachen. Wir waren der festen Ucberzeugung, daß wir den richtigen Weg gerade im Hinblick auf eine spätere Einigung gewählt hatten. Immerhin verstehen wir. daß im Kartell der Eindruck erwecktwerden konnte, als habe das Präsidium durch die FusionsverhanJlungen eine Schwenkung gemacht. Wir sind demgegenüber der Ucberzeugung, daß es niemals zu ernsthaften Fusionsverhandlungen gekommen wäre, wenn wir nicht in unzweideutiger Weise unsern eigenen Standpunkt in dieser Frage veröffentlicht hätten. Zweifelhaft konnte damals nur sein, welcher Zeitpunkt für eine Einigung möglieh sei. Die Fusionsverhandlungen stellten uns nun vor folgende Fragen: Ist die Fusion notwendig und wünschenswert, und ist der Zeitpunkt für die Fusion der richtige? Die beiden Verbünde, KJV. und Bkm-Wciß. bi! den [teute im deutschen Zionismus die zionistischen Kraftzentren, die Menschen iür die zionistische Arbeit und für Palästina steinen. Während ou uns die Frage des - Nachwuchses und der frühzeitigen Einwirkung auf jüngere •Menschen immer mehr zu einer aktuellen Frage wurde, war der Blau-Weiß gezwungen, je älter er wurde, das Problem der ErzLhuag der Ackeren zn lösen. Während wir eine Erweiterung des K^rteüs nach unten für notwendig und in unserer Entwicklung liegend, hieben, versuchte der Bhru- \Veiß seine Aeiteren zu organisieren. Hier war der natürliche Boden viu^r Fusion, fni Zusammenhang mit einer jüngeren zionistischen (ieneraiion werden unsere Bundesbrüder von der Frische und Lebendigkeit gepackt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.