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Der jüdische Student · 1922-08-01 · Heft 7 (August 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 7 (August 1922)
Date
1922-08-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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>41 in eine neue Jugendbewegung hineinzustellen, wenn wir nicht alles dafür tun, daß die Entwicklung dieser neuen Jugendbewegung anders vorlaufen wird, als es die des Blau-Weiß gewesen ist. Das kann nur geschehen, indem wir die neue Jugendbewegung mit dem K.J.V. aufs engste verbinden. Das Präsidium hat beschlossen, daß die K.J.V.-Verbindungen sofort überall, wo es möglich ist, die Jugendarbeit mit dem Ziele aufnehmen sollen, eigene Jugendgruppen ins Leben zu rufen. Das Präsidium ist sich darüber im klaren, daß die Aufnahme dieser Arbeit nur dann erfolgversprechend ist, wenn das 'K.J.V. innerlich in den Stand gesetzt wird, diese Arbeiten auch wirklich durchzuführen. Das 'heutige K.J.V. bietet nicht ohne weiteres die Möglichkeit, diese Jugendgruppen als intregierenden Bestandteil des Kartells, ihre Mitglieder als Bundesbrüder zu betrachten, und es wird sich darum handeln, dieses Ziel zu erreichen, das allein die Gewähr bietet, daß der Uebergang von der Jugendgruflpe ins K.J.V. als etwas absolut Selbstverständliches erscheint und allein zu eir/er wirklich fruchtbaren Jugendarbeit, vor allem auch auf dem Gebiete der Bernfsumschichtung Gelegenheit bietet. Das Expose schlägt hierfür den Weg vor, daß das K.J.V. unter Aufgabe seiner Namen (K.J.V. und V.J.St.) und unter völligem Verzicht auf einen spezifisch studentischen Charakter s-ich in einen großem zionistischen Bund verwandelt, der die Jugendgruppen, die Aktiven und die Alten 'Herren, unbeschadet der aus den verschiedenen Lehensstufen sich ergebenden Gliederung zu einem großen, von einheitlichem Geiste getragenen bundesbrüderlichen. Bunde zusammenfaßt. Hierbei herrscht Klarheit darüber, daß für die bisher im K.J.V. vertretenen Altersstufen die Erziehung selbstverständlich sich in den bisherigen Bahnen zu bewogen hat. Das Präsidium hat diese Vorschläge des Exposes, die von den Verfassern eingehend 'begründet wurden, nach allen Richtungen diskutiert und ist zu dem Ergebnis gelangt, daß die Entwicklung des durch die Jugendgruppen vermehrten Kartells diesem Ziele zustreben muß. Es wird sich in der Arbeit der nächsten Monate zu zeigen haben, oib wir bereits auf einem außerordentlichen Kartelltag die Möglichkeit haben werden, die Umordnung vorzunehmen, und damit die bis dahin zu gründenden Jugendgruppen zu Teilen unseres Bundes zu machen. Das Präsidium hat sich auch mit der Frage der weiteren Zugehörigkeit der Blau-Weißen zum K.J.V. beschäftigt. Es ist dabei von den Voraussetzungen ausgegangen., die in dem Brief an den Blau-Weiß niedergelegt sind. Das Präsidium beschloß infolgedessen, alle Verbindungen aufzufordern, auf sofort einzuberufenden Konventen die dem Blau-W -jiß angehörenden Bundesbrüder in einer bestimmten Frist zu einer Entscheidung darüber aufzufordern, ob sie dem K.J.V. oder dem Blau-Weiß ingehören wollen. Schluß der Sitzung 3*4 Uhr. Offener Brief An die Bundesleitung des Blau-Weiß Berlin. Liebe Freunde! Wir haben bereits seit längerer Zeit die Entwicklung - des Blau-W eiß mit Sorge verfolgt, und daß um so mehr, als wir jede Möglichkeit vermißten, mit Euch und mit dem ganzen Bunde zu einer Aussprache zu gelangen. Da unsere Besorgnisse sich durch den Verlauf des Bundestages noch gesteigert haben, wenden wir uns heute an Euch mit diesem offenen Briefe. Wir schlagen Euch vor, diesen Briefe in Eurer Führerzeitung zum Abdruck zu bringen und ihn als Einleitung für eine Diskussion zu benutzen, für die wir Euch auch umgekehrt den „Jüdischen Studenten" zur Verfügung stellen.

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