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Der jüdische Student · 1922-08-01 · Heft 7 (August 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 7 (August 1922)
Date
1922-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bericht über den Bundestag des Blau-Weiß treten. Man ist zu dem Beschluß gekommen, eine Blau-Weiß-Kolonie zu gründen, die den Ausdruck des Gefühls unserer großen Stärke darstellt. Diese Blau-Weiß-Kolonie soll von uns alleinerrichtet und gebaut werden und in der Nähe einer größeren Stadt sich befinden. Nach Feierabend baut man sich die -Häuser usw. Diese Blau-Weiß-Kolonie erfordert aber ungeheure Mittel, die nur auf dem Wege stärkster Anspannung zu erreichen sind. Vorausgesetzt sei noch, daß es sich nicht um eine Kolonie in landwirtschaftlichem oder gärtnerischem Sinne allein handeln könne, sondern alle Berufe seien in ihr vertreten. In erste Linie also Kaufleute, Industrielle, Aerzte, Lehrer usw., natürlich auch Landwirte und Gärtner. Die Aufbringung der Mittel gedenkt die Bundesleitung auf folgendem Wege zu erreichen: 1. Durch den Maasser. Jeder Einzelne hat 10 % seines Einkommens und Vermögens der Bundesleitung abzuführen, hat also einer 5000 Mark monatliches Einkommen, so bat er monatlich 5D0 'Mark abzuliefern. Hat einer 25 Mark Taschengeld im Monat, so hat er monatlich 2,50 Mark abzuliefern. Auf diese Art und Weise sollen jährlich mindestens 2 bis ~2x/-2 Millionen Mark einkommen. 2. Diese Gelder sollen in einer vom iBlau-Weiß zu gründlenden Sparkasse angelegt werden. Jeder einzelne Blau Weiße ist zudem noch verpflichte i, seine gesamten Ersparnisse und Rücklagen dieser Spürkasse anzuvertrauen. Auf diese Weise wird es möglich sein, mit größeren Mitteln zu arbeiten und ständig laufende Einnahmen zu haben. Wenn ni'ii der größte Teil der eingehenden Gelder in ausländischer Valuta d. n. also hier in Pfunden angelegt ist, so ist es möglich, von diesen Geldern stcTidig Leute von uns nach Palästina in ä'k Blau Weiß-Koloniie zu bringen. Die zweite Konsequenz ist aber, daß die Sparkasse als solche kreditfähig wird d. h. es wird ihr gelingen, größere Kredite von außerhalb aufzunehmen und so die vom Blau-Weiß zu leistende Arbeit wesentlich zu verstärken. Denn wenn eine wirtschaftliche Organisation sieht, daß diese Sparkasse über ständige sich vermehrende Einnahmen verfügen kann, so wird sie mit .'Freuden einen solchen Kredit eingehen, da ihr ja die Deckung ihres Kredos gesichert ist. 3. Wesentliche Mitte1! werden noch durch einen anderen We;r einkommen. Es handelt sich um eine Umsatzsteuer. Der deutsche Staat nimmt auf alle umgesetzten Waren eine Steuer von 2% des Umsatzes, nicht des. Gewinns. Wir haben nun die Möglichkeit, eine derartige Steuer von 10 % auf eine bestimmte Gruppierung zu erheben und zwar denken wir uns das so: war schließen mit einer Anzahl von Detailgeschäften Verträge ab, nach denen sie sich verpflichten, 10 % des Wertes der an Blau- Weiße und von Blau-Weißen vermittelten; (Kunden verkauften Waren an die Bimdesleitung des Blau-Weiß abzuführen. Derartige Verträge, die die Bundesleitung schon mit einzelnen Geschäften abgeschlossen -haben will, haben den Vorteil dem Verkäufer gegenüber, daß ihm ein bestimmter, sich ständig erweiternder Kundenkreis gesichert ist. Diesen Vorteil kann er ruhig mit IQ % seine« Umsatzes bezahlen. Alle Leute, Geschäftsinhaber und 'Filialleiter, mit denen Walter Moses gesprochen hat, sollen mit Freude diesem Vorschlag (beigestimmt 'haben. Es kann mm der Einwand gemacht werden, daß der einzelne Blau-Weiße letzten Endes diese 10 % selbst zu tragen hat, d. h., daß die 10 %, die der betreffende Geschäftsinhaber an die Bundesleitung abzuführen sich verpflichtet, auf den Verkaufspreis der Ware selbst aufgeschlagen wird. Hiergegen ist einzuwenden, daß man erst nach Bezahlung der Ware von dem Kassierer einen Bon abfordert, der eben die Bestätigung enthält, daß die 10 % an die Bundesleitung abgeführt werden. iMan kann fernerhin einwenden, daß viele Leute nicht öffentlich sagen wollen, daß ihre Einkäufe auf Kontodes Blau-Weiß gebucht werden sollen. Auch hier gibt es ein iMittel. diesem .Einwand zu begegnen, dadurch, daß man vorher dem Geschäft mitteilt, es wird der und der kommen usw. Die Bunde sleitumg hat Rundschreiben an Eltern und Freunde des Blau-Weiß vorbereitet, in denen sie sie bittet.

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