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Der jüdische Student · 1922-06-01 · Heft 6 (Juni 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 6 (Juni 1922)
Date
1922-06-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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I i; . - ^.....„ ,. .; « t ilMfö!NV i w - ... ._____ L...C. : v einem V'erumgra:gsp:'n'e.- i: .?e; * ..rL;i vad i:: vi.-. g.s.miia Jis^i.e Wut reflektiert, um sc;ii:ct.-;:.c;: :a Palästina ungeahnte Siege zu erringen. Diese Untersuchungen '•ben des ierneren gezeigt, daß die Ziele md Zwecke der hebräischen Bewegungen gewechselt haben, sowo'.il naii außen, als auch nach innen hin. U!. Nach innen: 1. Die deutsche Haskalah war bemüiit eine K u l u - v i e r u n g und R e t o r m i e r u n g d e s I u d e n t u in s herbeizuführo. 2. Die g a 1 i z i s c h e Haskalah (z. J3. Krochmal in seinem more isbuclre haseman) bestrebte eine Vertiefung und Verankeritis jüdischen Wissens in der Wissenschaft der Zeit. 3. Die neue h e b r ä i s c h e Bewegumr. die von Oordon aus&iisc, deren Ma rkslein S m o I e n s k i n , M e n d e 1 e . A c Ii ad Ii a am. Iii - alik. Fei erbers und Frisch mann bedeuten, trieb h e b r ä i sxh nicht mehr aus diesen Motiven heraus, sondern um des Fi e b r ä i s c hxn willen, um der neuen, in Palästina sich realisierenden Kultur wilki. Anders gesagt, wurde Hebräisch Ausdruck eines neuen Lebensgeiühls md Lebenssprache. IV. Dies zu erkennen ist sehr wichtig. Linear betrachtet, bewegt sich ier moderne liebraismus innerhalb seiner eigenen Bahnen und leistet näht mehr anderen Richtungen und Bewegungen Vorspanndienste. Das iuirt zu einer bedeutsamen Konsequenz. Denn: Wenn wir (hier schreibe ich wir. denn es handelt sich um Dinge, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben) hebräisch um ler Sprache selbst willen treiben, Sprache jedoch als Glied und Ausdruck ier Kette der Aeußerungen der Nation betrachten (was ich als selbstverständlich voransetze) so heißt hebraisieren. nationalisieren. Uns Nationalisierenden bedeutet jedoch nicht nur: innerhalb der nationalen Gesellschaft leben, im Bannkreis nationaler Sitten, Gebräuche und 'besetze sich bewegen, hebräisch sprechen, sondern: ebenfalls unseren Gasdruck, sei er verstandesmäßig, also das Denken, sei er gefühlsmSig, also die E m p i i n d u n g u. a. zu iudaisie.ren. V. Das bringt uns nun zu der Frage der Mittel: nämlich: ob wir von der hebräischen Literatur, in der ja alles jüdische verankert ist, zur Spraiie: oder von der Sprache zur Literatur kommen sollen. Ich bitte, tiich richtig zu verstellen: Im Talmud z. B. finden wir einen Ausdruck der Wesensart jüdisifien Denkens. Die Frage ist die. ob wir nun zunächst den Talmud als Grundlage unserer hebräischen Nationalisierung benutzen oder den umgekeiixen Weg einschlagen sollen. Gerhard Scholem und seine Anhänger bejahen den ersten Teil dieser Frage, indem sie sagen: Wir müssen uns zu allererst mit Takuul, Midrasch. Bibel So bar etc. etc. befassen, um liier wirklich iiiasch p r faßt zu werden. Ein jeder treibe für sich allein so intensiv wie nur irgend möglich Literaturstudien: dann erst sei der Luxus gestattet, n: die hebräische Sprachbewegung einzumünden. Dr. Chajirn Tschernowitz stellt sich in der Vorrede seines Kzzur hatalmud*) auf einen ähnlichen Standpunkt. Nach einer Skizzie-img der Geschichte und Bedeutung der jüdischen Einstellung zum Tarnud *) Verlag Ja!km, G. nt. b. Ii.. Berün-Charlotfenburg 1921.

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