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Der jüdische Student · 1922-06-01 · Heft 6 (Juni 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 6 (Juni 1922)
Date
1922-06-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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A,v ]>:i!üst!i;a '.icrusaien fast jeden Imxusgcgensiand in einer dem Produku^nsstanje des Landes nicht angemessenen Maße findet. Man;kann der Meinung sein, daß die eminente Entwicklung: Tel Awius inr ein leeres Konsumtionszcntrum schaffe, kann umgekehrt ghiiben, daß diese Entwicklung ein positiver Wert von höchster Bedeutung sei, kann auch meinen, daß diese Entwicklung nur wenigen Leuten, nicht der wirklichen Arbeiterschaft zugute komme. Man kann der Meinung sein, daß die jüdische Arbeiteisehaft im Lande faul und unwissend sei. daß „deutsche Eacharteir hier durch „Musterwirtschaft" zu helfen habe; man kann demgegenüber glauben, daß die Arbeiterschaft das produktivste Element des Landes überhaupt, das beste des jüdischen Volkes, sei, daß unsere deutschen Chaluzim gerade in ihren besten Elementen mit den besten der andern im Höchstfälle wetteifern können und daß die „Facharbeit" gerade deutscher Kaeise vielfach verhängnisvolle Nebenwirkungen gezeitigt habe; min kann die Herabsetzung des Schulbudgets mit durchschlagenden Argumenten fordern und mit entgegengesetzten die Beibehaltung. Diese Beispiele an Stelle von tausend andern leicht zu erbringenden. Mit je einer von diesen Ansichten kehrt dann ein Palästinafahrer aus dem Lande zurück und morgen kommt mit der entgegengesetzten ein langjähriger Siedler und übermaigen dementiert beide ein Dritter* Und aus alledem resultie.it eine unsagbare Verfahrenheit in der allgemeinen Politik wie äi der Richtung der Arbeit der Jugend. Diese Vorbemerkung wurde gebracht, um auf die ungeheuren Schwierigkeiten der heutigen Situation in Palästina hinzuweisen und um den Argwohn gegen Berichte aus dem Lande aufzustacheln. All diese Schwierigkeiten haben einen Ursprung: die jeder Möglichkeit freien Raum bietende Aufbauarbeit. Es ist natüdich ebenso unwahr wie unmöglich, es so darzustellen, daß alles oder auch vieles im Laude gut und voller Erfolge sei, wie es mmöglich und unwahr ist, jede Arbeit hier als im System verfehlt darzustellen. Eine verwirrende Möglichkeit von gewollten, weidenden und nicht werdenden Versuchen sind im ganzen Land zw sehen, und man kann, je nach dem, was man gesehen oder nimt gesehen hat, Stimmungen in allen Schattierungen, vom rosigsten Optimismus bis zum grauesten Gegenteil aus dein Laide mitbringen. Und je nach persönlichen Erfahrungen und Aiihgen wird man Kritiker oder Bejaher und alles mit der nötigen Einseitigkeit und der entsprechenden Arroganz. Es ist unmöglich. ..Berichte'4 aus Palästina zu geben, ohne genaueste Prüfung k\$i aller Tatsachen, die sich meist ineinander verketten, und zwar nicht in 8 Wochen oberflächlicher Orientierung; kde Einzelfrage, etwa die der Defizite oder die Araberfrage, Bt fast immer von der Erkenntnis fast aller anderer zugleich aihundg. Ein Beispiel: Araberfrage. Sie ist mindestens zum gi^Pen Teil abhängig: von dem Verhältnis unserer Arbeiter

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