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Der jüdische Student · 1922-06-01 · Heft 6 (Juni 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 6 (Juni 1922)
Date
1922-06-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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Üchkeit des Landes zu tun. Und jeder, der hier emem Neuankömmling berichtet, muß, wie es uns gegenüber geschah, das Gefühl haben, als gebe er Berichte aus dem Lande der Eskimos. Dazu kommt das maßlos subjektive Gefühl, das wir Erez Israel entgegenbringen, und das uns alles anders erscheinen läßt, als wenn wir in einem neutralen Lande urteilen, das ims kritisch werden läßt auch den einfachsten Tatsachen gegenüber: die meisten verlieren hier Menschen, Dingen gegenüber k-Jc Objektivität. So ist im Geiste der meisten deutschen Zionismen, auch hier im Lande, Palästina ein ungeheures Chaos widersprechendster Bilder und Vorstellung, und die meisten geben sich entweder blind und orientierungslos Meinungen hin oder können sich keinen Begriff vom Entstandenen oder Entstellenden bilden. Und so ist Kritik im Gallith und im Lande eine hervorstechende Tatsache gerade vieler deutscher Kreise; je ahnungsloser man ist, desto mehr kritisiert man. So kamen in den letzten Jahren viele „Palästinafahrer" nach Deutschland zurück und brachten Kritik, je nach dem Standpunkt mehr oder weniger gefärbt. Ich weide zeigen, wie und warum man jeder Tatsache gegenüber hier ein Dutzend verschiedener Standpunkte einnehmen kann. Die Wirkung in Deutschland war jedenfalls eine grenzenlose Unkenntnis und Verwirrung, unter der besonders die Jugendbewegung litt; diese Richtungslosigkeit. von der zionistischen Galuthpolitik ausgehend, hat dann in alle Jugendkreise eine gefahrvolle Stagnation gebracht, die Tir Erez Israel im höchsten Maße gefährlich ist. Wie und warum ist jene kritische Zerfahrenheit statt Aufbauarbeit auch in Erez Israel ein hervorragendes Zeichen des Lebens hier geworden? Vor dem Kriege gab es in der praktischen Palästiuaarbeit 'jene ziemliche Einmütigkeit in der Erkenntnis des Notwendigen. Ein begrenztes, im Erreichbaren wurzelndes Ziel war durch die nicht übersteigbare politische Schranke gesetzt. In dem Augenblick angeblich freier, durch diese Sehranke nicht mehr gehemmter Arbeit wurde die Möglichkeit der Betätigung in einer den vorhandenen Mitteln an Menschen und Kapital nicht kongruenten Weise erweitert; und damit war den Diskussionen über Art und Weise der Auwendung des Vorhandenen und Nicht-Vorhandenen Tür und Tor geöffnet. Und Ja eine objektive Beweisbarkeit in Dingen politischer Tat nicht existiert, so kam es daliin, daß jede Einzelfrage zum SpicTnaü hartnäckiger Meinung und Kritik wurde, einer Kritik, die bei der polnischen Unmündigkeit weitester Kreise geradezu verheerend und lähmend gewirkt hat. Man kann hier im Lande über jede Erage entgegengesetzte „richtige** Meinungen hören. Es existiert z. B. die Ansicht, daß man in Jerusalem die notwendigsten Dinge zum Leben nicht bekommen könne i H. ff. C. in der ..Jüdischen Rundschau"); mau kann umgekehrt der Meinung sein, dal* man in

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