Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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19S Unterricht im K.J.V. sanmenfassung drängt zu einer Konzentrierung des zugrundeliegenden Tatsichengebietes, am besten durch ein Kompendium. 'Eie Methode -des Tendenzunterrichts kann sein: 1. Historisch: Aufklärung, Assimilation, Emanzipation, Nationalismus usw. 2.Systematisch: Jüdische Situation, ihre Problematik, Lösungsversuche. 3. .Anknüpfung an einen Begriff, bzw. eine Lektüre. 4..%iknüpfung an die jeweiligen Fragen des Tages. H5c letzte Methode verdient von dem oben erwähnten wichtigsten-Gesichtspunkt wegen des nie zu verlierenden Zusammenhanges mit der jüdische» Gegenwart und wegen ihrer Lebendigkeit den Vorzug. Bei einigem Gesdiick läßt sich auch hier ein lückenloses System durchführen. Wesentlich ist eine wirksame Vereinigung der objektiv-nationalhistorischen und der subjektiv-individualen Betrachtungsweise. ifine Schwierigkeit liegt darin, festzulegen, was ins 1. oder ins 2. Semester gehört. Die frühere Teilung in vorzionistische und in innerzionistische Fragen bleibt ein Notbehelf, scheint aber vorläufig die einzige einigermaßenbrauchbare Konstruktion darzustellen. Jfer Palästinaiinterricht "würdazum Teil in den Gedankenkomplex des Tendenzunterrichts, zum andern Teil in den Tatsachenkomplex des Kompendiums übergehen. Solange dies noch fehlt, ist für die Usbermittlung der Kenntnisse methodisch zu fordern: Höchste Anschaulichkeit sowie Verknüpfung jeder einzelnen, sekenbar noch so sehr isolierten, geographischen oder sonstigen Tatsache mit anderen Tatsachen oder Fragen. Erst durch eine solche, kausale oder irgendwie assoziative Verknüpfung gewinnen diese Dinge Leben und können sich in Kampf ums Dasein der Gedächtniseindrücke erhalten. Für die Darstellung im Kompendium würde natürlich dasselbe gelten. . Als äußere Form derartigen Tatsachenunterrichts würde ich allgemein an Stelle des Semestffikurses, der einmal wöchentlich stattfinden soll und immer wieder durch äußere Umstände in seinem Verlaufe beeinträchtigt wird, den Wochenkurs vorschlagen: 6—10 Tage hintereinander findet täglich eine Kurssiunda? statt. Die vielen Vorzüge einer solchen Arbeitsweise ergeben sich «vpon bei der flüchtigsten Ueberlegung. ISaute, da wir wieder das, wenn auch noch unbestimmte Gefühl für ein spezifisches Eigengepräge des KJV. zu besitzen anfangen, hat der KJV.-Unterricht eine wirkliche Aufgabe, und zwar die Begründung der Institutionen und Formen des Karteilebens, wie es ist und wie es geworden ist. Diesem Zweck sollte, analog der Hineinbeziehung des jüdischen 19. Jahrhunderts ii\ die Tendenz, dasjenige dienen, was als KJV.-Geschichte in den Kartellunterricht gehört. Durch diese Begrenzung wird das äußerst schwierige Probkin der KJV.-Geschichte doch etwas vereinfacht. Von den sogenannten „menschlichen" Dingen sollte im Unterricht lieber gar nichts als zu vidi gesprochen werden. Die Gelegenheit zur Aussprache hierüber muß dem persönlichen Takt des F.M. und des Leibburschen überlassen bleiben. Dvir Stand des Hebräischen im Kante Ii läßt sich wohl dahin definieren, daß Verbindungen oder Bundes- , brüden, die nicht lernen, heute von dem milden Schimmer einer gewissen Minderwertigkeit umflossen sind, was sie durchaus fühlen. Die hebräische Forderung selbst ist langsam, aber endgültig eine der Grundlagen geworden, ohne die das Kartell nicht mehr vorstellbar wäre. So weit wären wir. Die hebräische Ausbildung hat den Sinn, einen sprachlich direkten Kontaii mit Palästina und auch-der Gesamtiudenheit herzustellen und die technischen Vorbedingungen zu etwaiger Beschäftigung mit unserer literarischen Vergangenheit und Gegenwart zu geben. Dir Inaktive muß imstande sein, jede sachliche Abhandlung so zu verstehen, daß er den Gedankengang und seine Meinung hierzu — hebräisch —