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Der jüdische Student · 1922-06-01 · Heft 6 (Juni 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 6 (Juni 1922)
Date
1922-06-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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196 Methoden der Erziehung im Kartell wir es zu tun haben, die jungen Menschen nach den verschiedensten Richtungen hin differenzieren, und es wäre eine Verständnislosigkeit gegenüber unserer Aufgabe im Galuth, hieraus Konsequenzen zu ziehen, wie sie in letzter Zeit wieder modern geworden sind. Zionismus bindet alle Bundesbrüder innerhalb der Verbindung und im Kartell. Von dieser Grundanschauung abzuweichen, bedeutet an den Fundamenten unseres Karteils zu rütteln. ist es einmal klar geworden, daß dies die Grundlage unseres Bundes ist. daß wir zunächst die Aufgabe haben, unsere Menschen zu einem ursprünglichen und starken nationalen Gefühl zu führen, ihnen zu zeigen, daß ihre Arbeit sinnlos ist. wenn sie nicht von zionistischem Ernst und wirklich innerlicher Liebe zu unserem Volke getragen ist, so wird es sehr bald auch für die. die nicht in der Lage sind, tiefer in das Verbindungsleben hineinzuschauen, offensichtlich werden, daß wir zu Resultaten kommen, die auch von Außenstehenden zu bemerken sind. Weil wir wissen, daß unser Weg lang und schwierig ist. weil wir wissen, daß wir mit starken Widerständen zu kämpfen haben,- weil auch für uns die psychologischen Momente eine erheblich* Rolle spielen, müssen unsere Kräfte verdoppelt und verdreifacht wenden. Die Methode unserer Erziehung ist nicht schematisch aufzuzeichnen. Hier geltai Regeln ganz besonderer Art, und hier wirken bisweilen Momente, die man nicht -erörtern sollte, stärker als Programme. Es wird also hier nur möglich sein zu zeigen, nach welcher Richtung hin unser ganzes Verbindungsleben noch mehr beschwert werden kann. Früher nannte man die Art der Erziehung, die ich meine, eine palästinozentriische und ich glaube auch heute, daß man auf diese Art Erziehung wird erheblichen Wert legen müssen. Das braucht sich nicht nur zu zeigen darin, daß wir ausführlicher und lebendiger über Palästina sprechen, sondern es wird mehr darauf ankommen, den Rhythmus in der Erziehung vom ersten Tage an in eine bestimmte Richtung zu lenken. Ich weiß es. es kann so etwas in uns entstehen wie eine tiefe Sehnsucht nach •Palästina und ich weiß von vielen, daß sie sie in unseren Reihen erhalten haben. Sdche subtilen Gefühle, die aber wichtig für uns sind, entstehen nur dort, wo die Verbindung sich wirklich als Träger der zionistischen Idee cnipiindet. Wenige von uns werden zu sagen wissen, wodurch, sie letztenendes zu dieser Einstellung gelangt sind. Viele werden darum wissen, aber es gehört nicht vor das Forum des Kartelltags, diese Dinge zu erörtern. Eries aber glaube ich sicher, daß auch wir stärker als bisher betonen müsfen. daß unsere Erfolge abhängig sind von der ganzen Lebensjrt unserer Verbindungen. Gerade in diesen Fragen verweise ich auf all das. was Ldi früher über Leib Verhältnis und über die Rolle des Erstchargierten gesagt habe. Niemand empfindet so stark und so schnell den Rhythmus, in dem eine Verbindung lebt, als unsere Jüngsten. Deswegen darf in unseren Verbindungen auch nicht allzuoft ein Wechsel derer stattfinden, die den maßgebenden Einfluß haben. Ein bestimmter Stand von führenden Rundesbrüdern muß ihnen erhalten bleiben: denn auch unsere Verbindung*;! sind entwicklungsfähig und können heute noch, so und morgen anders sein . 4 Welche Rolle die Berufsfrage' 0 heute in diesem Zusammenhange in unserni Verbindungsleben spielt, ist oft genug gezein worden und gerade diese Frage gehört zu den Momenten, die unsere Erziehung im Gegensatz zu früher umgestaltet hat. Die 'Auscinandersetzirgen über die Berufsfr.agen und innerhalb der Berufe die \ri. wie man seinen Beruf abfaßt, bilden heute zionistische Fragen. Erziehungsfrusrn innerhalb der Verbindung. Es ist in diesem Zusammen-

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