Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537768-3537774--5685-3543806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Blau-Weiß-Frage. Das muß heute um m) stärker betont werden, je mehr wir erkennen, daß die Jugendorganisation, die die Aufgabe hätte, mit uns geschlossen und einheitlich den deutschen Zionismus zu vertreten, heute Wege beschreibe*, die. wie es un^ >v;h--lnt. rieht geev/nes: sind, zu einer einheitlichen Erziehung der zionistischen Jugend zu gelang?'!. {*s ist kein Geheimnis mehr, daß wir nur noch in ganz geringer Anzahl Menschen aus dem Blau-Weiß bekommen, und es muß gesagt werden, daß an Orten wie in Berlin dieses ganz bewußt vom Blau-Weiß aus geschieht. Auf der anderen Seile beschäftigt sich der Blau-Weiß damit, eine Organisation der Aelieren zu schaffen, und wir müssen damit rechnen, daß in absehbarer Zelt zwei Organisationen in Deutschland bestehen, die Menschen gleichen Alters zu erziehen die Aufgabe haben. Von uns sei an dieser Stelle ausdrücklichst betont, daß wir diese Entwicklung nicht aus kartellegoistischen Gründen, sondern im Interesse der zionistischen Entwicklung in Deutschland im eine Gefahr und für ein Unglück halten. Wir werden die Aufgabe haben, ohne Verärgerung und ohne Kampf immer wieder unsere Auffassung zu betonen, und werden uns aus zionistischen Gründen mit der Entwicklung, die der Blau-Weiß nimmt, zu beschäftigen haben. Mehr sei an dieser Stelle über dieses Thema nicht gesagt. Für uns gibt es nur eine Konsequenz: im Bewußtsein dessen, daß mit dem KJV. heute die zionistische Arbeit in Deutschland steht und fällt, die Methoden unserer Erziehung am diesem Karteiltag so zu prüfen, oder zu revidieren, daß wir den Aufgaben, die an uns herantreten, wirklich gewachsen sind. Wenden wir uns nun der Erziehung in den einzelnen Verbindungen zu, so wird es darauf ankommen, zu zeigen, in welchem Geiste und in welcher Absicht bei uns erzogen werden soll. Ich glaube, daß mir der wird erziehen können, der überzeugt ist von der Idee des KJV. der nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern auch mit Begeisterung imstande ist, diese Erziehung zu leisten. Das setzt also Menschen voraus, die ihrer ganzen Persönlichkeit nach bereit sind, ihr Leben mit dem Leben des Kartells zu verbinden, wobei sie wohl wissen, daß sie sich damit ein für allemal der zionistischen Idee ergeben haben. Das ist ja das schwierigste unserer heutigen Situation, daß diese Menschen so dünn gesät sind. Ueberall dort, wo eine Verbindung noch heute um ihre Existenz ringt, wo sie von innen als unzuverlässig und schlecht, von außen als irostlo.s empfanden wird, fehlt es an Menschen, die das KJV. und den Zionismus verstanden haben. Wir müssen also zu allererst einen Kern von Mens c h e n verlangen, der bereit ist, diese Erziehungsarbeit in ihren Verbindungen zu übernehmen. Dieser Stamm von Burschen, Inaktiven oder auch Alien Herren muß es wieder verstehen, daß ihr zionistisches Leben auch nur gedeihen kann, in einem zionistischen Milieu, das keine Ruhe und Erholung, sondern st;'b;dge Arbeit erheischt. HC. und Stamm der Verbindung, Dieser Kern muß die Verantwortung für das Leben und die Gestaltung einer einzelneu Korporation übernehmen, und niemand darf in den Kreis ru ige;: omni e:i werden. ->der sich in ihn hincinschleichen. von dem nicht di>_ Gesamtheit sicher weiß, daß er bereit ist. einen Teil deser Verantwortung zu tragen. Man sieht al>o, daß wir auch heute wieder das vorschlagen, w as man früher k o r p o r a t i v e Idee genannt hat. Das Leben und die Erfolge einer Verbindung werden davon abhängen, in welchem Maße in ihr eine .ständige sich gleichbleibende Erziehung geleistet wird. Prinzip muß sein, daß das, was die Gesamtheit des Kartells als richtig empfindet, in ihr besonders gepflegt wird Und es kassn wohl möglich sein, daß die Verb; neun gen unter sieh verschiedenartiger Struktur sind, verscld-cdv.r.anig;u den Aliaein, mit denen man das Gleiche zu er-