Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1922)
- Date
- 1922-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Kartell 159 kelt zu verpflanzen, um die Verwebung von W issenschait und Praxis möglichst intensiv zu jicMülien. I;?vJ*ich wird sich, gleichfalls auf Wegen einer na t ü r 1 i e h e n Z u c Ii t w a Ii 1. i e n e Unterrichts i o r in herausstellen und einbürgern, die für das Land und seinj jüdische Bevölkerung die geeignete ist, so daß das ganze Unterrichtswerk in Wirklichkeit statt des Auizwingens fremder Eigenart das Oenräge eines lebendigen Wehdens besitzen wird, aus natürlichen Bedürfnissen hervorgegangen, als Ergebnis einer langjährigen Entwickhing. In seinen weiteren Ausführungen hob der Referent hervor, daß nicht alle Beteiligten auf dem soeben entwickelten Standpunkt stehen, und im besonderen möchte Prof. 0. Wa r b u r g mit der Einrichtung ganzer. Fakultäten beginnen, jedoch erst nach vollkommener finanzieller Fundierung der letzteren, also keineswegs sogleich bzw. in der allernächsten Zukunft, sondern nach Jahren. Demgegenüber vertritt Referent die Ansicht, daß diese Jahre für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des genannten Forschungsinstitutes, ferner für die Sammlung reicher Erfahrungen zur weiteren, entwicklungsgemäßen Ausgestaltung der Hochschule, verloren wären. Endlich berichtet Referent, daß die bis heute zusammengerufenen Komitees in Berlin, Wien usw., die zwecks Beratung in der Aufbaufrage zugezogen wtirden, die an sie gestellte Forderung unmöglich erfüllen können, weil ihre Mitglieder sich aus den Reihen assimilatorischer, ausschließlich auf lokale Interessen eingestellter Fachmänner rekrutieren, die Palästina und dem Universitätswerk gegenüber fremd dastehen. Ref. empfahl dem Kartelllag, daß sich die jüdischen Studentenschaften aller Länder an selbstgewählte Vertrauensleute wenden, die außer ihren Fachkenntnissen auch die jüdisch-menschlichen Eigenschaften besitzen, die zur Lösung der in Betracht kommenden Fragen unentbehrlich sind. Die jüdischen Studentenschaften sowie ihre Vertrauensmänner werden daher folgende praktische Fragen zu beantworten haben: 1. Wie muß das Aufbauwerk der Universität organisiert sein, im Sinne einer Verzögerung bis zum Eintritt konsolidierter finanzieller Verhältnisse oder aber im Sinne des hier vertretenen successiven organisierten Aufbaus von Keiminstituten ausgehend? 2. Auf welche Weise ist die ständige Verbindung der studentischen Landsmannschaften und ihrer alten Herren mit den ausführenden Organen, denen der Aufbau der Universität obliegt, aufrecht zu halten? 3. Wie wird es erreicht, daß sich beim Aufbau der Universität weder gegenwärtig noch späterhin unjüdische Kräfte geltend machen, und daß sich dabei ein für alle Male ausschließlich jüdisch-ethische Bestrebungen durchsetzen? Methoden der Grziehung im Kartell Auszug aus dem Kartelltagsreferat. Von Leo R o s e n b 1 ü t h - Berlin (VJSt. Maccabaea, Berlin AH.) Der Referent begann mit einigen Bemerkungen zur Generaldebatte, gab dann einen historischer« UeberbÜck und fuhr fort: .AVir müssen di.s Vertrauen zu den Zielen unserer Erziehung haben, daß wir nicht wieder in den Fehler der Naclikriegspcri^Je verfallen, uns von den Stimmungen einer außerhalb des Kartells lebender. Jugend leiten lassen. Wenn wir erkannt haben, daß das Kartell die nationale Schule der jüdischen Jugend bedeuten muß. daß der alte Satz, das Ziel der KJV.-Erzieirung ist der Alte Herr, überwinden ist, und daß wir genau wie andere Jugendorganisationen bestrebt sein müssen, zu früheren und sichtbaren Erziehungseri ugc:i zu kommen, dann gibt es nur die eine Möglichkeit, unbekümmert und rastlos so im Kartell zu arbeite::, daß es wieder ihr einen jüngeren etwas bedeuten kann. KJVer zu werden.