Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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16£ KJV. und Jugendbewegung spricht, wieder Blau weiße zu veranlassen, in das KJV. einzutreten, das KJv. ist bereit, führerlosen Blauweißbünden Bundesbrüder als Führer zur V<oifügung zu stellen. Wie segensreich die Erfüllung dieser Verabredung wäie, zeigt folgende Betrachtung: Der Blauweiß wurde von KJVern gegründet, die ältere, wirklich erfolgreiche Führerschaft setzte sich aus KJVern zusammen. Andererseits: Die große Mehrzahl der aktiven Führer im KJV wiederum ist aus dem Blau weiß hervorgegangen, haben doch noch im letzten Semester 12—15 Blauweiße die erste Charge in unseren Verbindungen, nicht am schlechtesten, bekleidet. Wir sagen „noch44, denn es miß festgestellt werden, daß seit der Hechawerzeit das Verhältnis dieser beiibn Jugendverbände, die doch so stark aufeinander angewiesen sind, erhaltet ist, nicht zuletzt aus rein äußerlichen und persönlichen Gründen. Zu den anderen nationaljüdischen Jugendbewegungen stehen wir nahezu in!«5ar keinem Verhältnis. Trotz alledem hat man die Vermessenheit, einen afemeinen jüdischen Jugendtag berufen zu wollen, bevor noch ein nationaljüdscher Jugendtag stattgefunden und reüssiert hat. Und er wird, und er muß Erfolg haben, denn die Gegensätze sind nicht so groß, wie sie zu sein scheinen. Uns wurde der Beweis dafür geliefert auf dem nationaljüdischen Jugsndtag in Karlsruhe. Es zeigte sich hier ganz deutlich, wie wir doch eigmtlich Gleiches wollten, wie uns gleiche Probleme beschäftigten, nur daß wir in verschiedenen Milieus arbeiten, ein anderes Menschenmaterial vor uns haben und deshalb oft verschiedene W ege, wenn auch zum gleichen Ziek gehen müssen. Die Tagung wurde von einer größeren Anzahl Blauweißer aus Baden, Württemberg und Straßburg, sowie einigen „Jujuwabuern" besucht Das Interesse der Bundesbrüder scheint nur gering gewesen zu sein, da nur werige von diesen erschienen waren, mit denen wir uns aber um so mehr freuen. Ganz vermißten wir Vertreter jener individualistischen Gruppententbnz, die in den letzten JSten das Wort ergriffen hatte, und nit denen wir uns gerne auseinandergesetzt hätten. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Referat B i 1 e s k i s über „Zionismus und Persönlichkeit" und die sich daran anschließende Diskussion. Es wurde festgestellt, daß die Schwierigkeiten unserer heutigen zionistischen Jugendbewegung sich gründen einerseits auf den materialistischen Zug der Zeit, der uns keinen Nachwuchs erstehen läßt, andererseits darauf, daß die JOugend, das „Hätschelkind der Bewegung44, es heute zu leicht hat, daß das, was «bei uns noch Problem war und ist, bei ihr fast zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Die daraus resultierende „Sachlichkeit44 darf nicht dazu führen, daß das Erziehungsziel, die zionistische Persönlichkeit, vernachlässigt wird. Die Erziehung muß sich in allen Dingen kulturellzivilRatorisch auf Palästina, nicht auf westliche Großstädte, einstellen, lieber alle diese Fragen waren sich Blauweiße und KJVer einig. — Y.ir fordern daher, daß auf dem Kartelltag in Hannover die ganzen Verhiitnisse besprochen und die Frage des nationaljüdischen Jugendtages aufgerollt wird. K. ). V. und Jugendbewegung, Von Hans Oppenheim-Hirschberg (V.J.St. Maccabaea- Berlin, AH.). Trotzdem es mir fraglich erscheint, daß der Artikel Alfred Berliners im lafcten J.St. (Heft 3, Jahrg. 19) „KJV. und Jugendbewegung" in der jetzigen Situation des Kartells und des Zionismus bei weiteren Kreisen größeres Interesse erweckt, halte ich es doch für notwendig, einige Worte der Erwiderung darauf zu sagen. Prinzipiell soll nämlich mit der Anmaßung der Kriegs- und Vorkriegszeit aufgeräumt werden, in der es üblich gewesen