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Der jüdische Student · 1922-05-01 · Heft 5 (Mai 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 5 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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145 die wir zu geben versuchen wollen, liegt bei Abfassung des Berichts noch nicht vollständig vor und wird evtl. auf dem Kartelhag gegeben werden können. Sie zeigt jedenfalls, daß die Zahl derjenigen Bundesbrüder., die mit einem Studium begonnen haben und sich dann noch entschlossen haben, zur Landwirtschaft oder zum Handwerk überzugehen, nicht £imz so gering ist, wie es im Kartell angenommen wird. Aber das entscheidende liegt darin, daß die Bedeutung der ganzen Frage erkannt, das Probien in den Verbindungen diskutiert wird und unsere Bundesbrüder überhaupt erst vor das Problem gestellt werden, und da ist unser Eindruck der,, daß es heute schon ganz anders liegt, als vor dem Leipziger Kartelltag. Wer 2Ai den Verbindungen fährt, wird immer wieder sehen, daß Bundesbiüder sich mit diesem Problem herumquälen, in einem ihrer Neigung entsprechenden Berufe nach Palästina zu gehen. Hier war und ist die Arbeit de* Berufsressorts eine erzieherische. Erziehungsresultate sind aber statistisch nie zu erfassen; Das Berufsproblem ist identisch mit dem Palästiraproblem. Wollen wir uns der höchsten Aufgabe des Zionisten, selbst am Aufbau Palästinas mitzuwirken, nicht entziehen, so wird das BerufsprdMem bei uns endlich eine Bedeutung gewinnen. Es handelt sich um ein Erziehungsproblem. W er ctas erkannt hat. wird niemals davon reden können, daß es sich um unerfüllbare Maximaßärderungen handelt. Keine Forderung, die das Kartell stellt, wird von allen erfüllt werden. Wir haben Minimalforderungen, bei deren Nichterällung man nicht KJV.er bleiben darf, dazu gehört etwa die Verpflichtung, leren Hajessod zu zeichnen oder nach einer gewissen Zahl von Semestern das Burschenexamen zu machen. Alle anderen Forderungen sind in dem Sinne Maximalforderungen, daß sie Ziel der Erziehung sind und daß die Zahl der Bundesbrüder, die diesem Ziel entsprechen, niemals identisch sein wird mit der Gesamtzahl der Bundesbrüder. Wir wissen, daß hetise im Kartell mit weit besseren Resultaten und größerem Eifer Hebräiscä gelernt wird, als vor fünf Jahren. Aber restlos erfüllt ist die hebrlsche Forderung noch lange nicht. Es wird mit der Frage der Berufswahl nicht anders sein. Schon heute ist in guten Verbindungen kein Bundes&ruder zu finden, der mit all der Gedankenlosigkeit, die früher üblich war,, sich für Jura oder Medizin entscheidet. Und wenn es ohne Zweifel schwer ist, Bundesbrüder, die mit 18 Jahren als Nichtzionisten zu uns kommen, im Laufe von wenigen Semestern zu entschlossenen Zionisten zu ersehen, die die Konsequenz eines etwaigen Berufswechseis auf sich nerrrnai, so muß uns dieses in noch höherem Maße bei denjenigen gelingen, -de, sei es aus der Jugendbewegung, sei es aus anderen Gründen schon als Zi&m'sten zu uns gekommen sind. Auch hier ist die entscheidende Arbeit nichtt vom Präsidium, sondern von den Verbindungen zu leisten. Je stärker sk sich mit dem zionistischen Pflichtgefühl erfüllen, um so stärker wird auifi bef dem so angefeindeten Berufsressort der Erfolg nicht ausbleiben. gez. Bruno Perl. gez. Fritz L ö w e n s 11\ n. Ressort für die zionistische Arbeit. Der Leipziger Kartelltag hat die Dienstpflicht für alle KJV.er is Erziehungsziel anerkannt*. Es wurde zur Durchführung dieser A.rb±it ein Ressort im Präsidium eingerichtet, das zunächst Georg Landauer, später uer Unterzeichnete übernahm. Die Hauptaufgabe mußte zunächst darin bestehen, an den einzelnen Verbiudungsorten Stellen einzurichten, de alle von dem Ressort zu leistende Arbeit innerhalb der Verbindungen vermitteln sollten. Es wurden daher an allen Verbindungsorten die Zionistischen Arbeitsstellen (ZA.) geschaffen, die die Kontrolle über die gesamte zionistische Arbeit der Verbindungen tragen sollten und die alle äir die Dienstpflicht möglichen Kräfte mobilisieren sollten. Auf die prinzipiellen Fragen, die zu diesem Thema gehören, "iraucht hier nicht weiter eingegangen zu werden, da erst in? J>t. Jahrgang 19t. Heft 2 ausführlich darüber gesprochen wurde.

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