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Der jüdische Student · 1922-05-01 · Heft 5 (Mai 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 5 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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144 scheinlich bei der neuen Koloniegründung in Emek Jessreel einige deutsche Chaluzim angesiedelt werden Endlich wird über kurz oder lang die deutsche Landsmannschaft einen Weg zu finden suchen, um für die Ansiedhmg ihrer Chaluzim etwas zu tun. Ein schwieriges Gebiet stellen die kaufmännischen und industriellen Berufe dar. Ueber die Notwendigkeit der Privatinitiative besteht heute kein Zweifel. Ebensowenig über die Tatsache, daß die Zahl privater Unternehmungen in Palästina heute noch minimal ist. Vorläufig zeigt sich, daß wir selbst die wenigen -Fachleute, die wir brauchen, nicht stellen, so iür die Hypothekenbank oder Konsumgenossenschaften. In der zionistischen Literatur ist ja oft genug darauf hingewiesen worden, welche Industriezweige in Palästina wichtig sind. Es hängt viel mit der verhältnismäßig ungünstigen Aussicht für die AnSiedlung der Landwirte zusammen, daß heute im Blau-Weiß der Drang zu den handwerklichen Berufen immer stärker wird. In der Tat sind hier die Aussichten vorläufig die besten. In ganz Palästina herrscht eine rege Bautätigkeit. Die Durchführung Öffentlicher Arbeiten schreitet fort, tüchtige Handwerker werden noch überall vermißt. So ergibt sich hier wahrscheinlich für noch viele Handwerker eine Betätigungsmöglichkeit. Mit allem Nachdruck ist auf die Notwendigkeit der Sprachenerlernung noch einmal hinzuweisen, wobei natürlich vor allem die nicht körperlichen Berufe Sprachkenntnisse besonders nötig haben. Mit allem Nachdruck ist ferner an Elias Auerbachs Hinweis zu erinnern, wonach Fertigkeiten in Stenographie und Schreibmaschine eine außerordentlich erwünschte Zugabe für jeden bedeuten, der in das Land kommen will. Wer mit ^Aen englischen und arabischen Sprachkenntnissen, Stenographie und Schreibmaschine verbindet, findet viele Möglichkeiten, um Anstellung zu finden. Wie hat sich nun bei den obwaltenden Verhältnissen die Arbeit des Berufsressorts abgespielt und wie muß sie sich abspielen? Das Berufsressort muß hier unterscheiden zwischen jungen Bundesbrüdern, wo auf die Berufswahl hinzuwirken ist und zwischen älteren, deren Berufe schon entschieden sind. Um mit dem letzten Punkt, als dem weniger bestrittenen, anzufangen, so ist die Aufgabe des Beruisressorts, die Verbindung zwischen dem Berufe des einzelnen und Palästina herzustellen. Das Ressort hat sich bemüht, alle Einzelbriefe, die im übrigen noch nicht allzu zahlreich waren, so sorgfältig wie möglich zu beantworten und den anfragenden Bundesbruder mit Fachleuten in Verbindung zu bringen.'1 Es hat auch im J.St. fortlaufend Material über die Ausbildungsmöglichkeiten veröffentlicht. In neuester Zeit haben wir durch Gründung des Lehrerfachverbandes und des Juristenfach Verbandes neue Wege beschritten, deren Ergebnisse noch zweifelhaft sind. Wir werden jedenfalls auch auf andere Berufe das System der Fachverbände anwenden. Wir haben uns bemüht, mit Palästina den Kontakt aufrecht zu erhalten, was bisher frei- Kch nicht immer leicht war. Dies wird hoffentlich besser werden, nachdem in letzter Zeit einige Bundesbrüder nach Palästina gegangen sind, die die Bedürfnisse des Kartells besser kennen, als die in Palästina schon lange ansässigen Alten Herren. — Die eigentliche Schwierigkeit liegt nicht auf dem Gebiete der speziellen Ratgebung für Bundesbrüder, deren Berufe bereits feststehen, als vielmehr an der Einwirkung auf die. Berufswahl Kinder KJV.er. Es bestehen im -Kartell die merkwürdigsten Irrtümer, über das, was' geschehen ist, oder geschehen soll. Ein dem Kartelltag vorliegender Antrag verlangt z. B., daß man Bundesbrüder nicht aus Berufen, die sie lieben, herausreißen soll. In dieser Beziehung können wir nur auf das Referat von Löwenstein (J.St. vom Januar 19?1) hinweisen, wo darüber gesagt ist: „Deshalb glaube ich. daß der wichtigste Satz bei jeder Berufsanleitung sein muß, denjenigen Beruf zu wählen, zu dein Neigungen und Fälligkeiten führen." - Sehr schwer ist es. zu einem klaren Urteil über die bisherigen Ergebnisse unserer Arbeit zu gelangen. Eine Statistik.

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