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Der jüdische Student · 1922-05-01 · Heft 5 (Mai 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 5 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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141 Gestalt hinauskommen. Das geistige Leben des Kartells muß gegenständlicher werden, es muß sich mehr an bestimmten Gegenständen zeigen. Die Bedeutung der Anschauung wird so nicht herabgedrückt, sondern wird sich nur in anderer, nicht schwächerer Form zeigen. Voraussetzung hierfür ist, daß wir anfangen, unsere wesentlichen Aufgaben zu erkennen. Zunächst haben wir dieses Ziel: Erkenntnis (noch nicht Lösung) der wesentlichen Aufgaben zu erstreben. Wir fangen vielleicht schon an, manche dieser Aufgaben zu sehen. Die Stellung der KJV.er zur Politik, das Verhältnis des Kartells zu anderen Teilen der jüdischen Jugend sind solche Fragen, mit deren Behandlung man bereits begonnen hat. Aber es gibt anfere Fragen, •deren Beantwortung von der entscheidenden Situation, in der &r Zionismus sich befindet, verlangt wird. Auch diese Fragen müssen in den Mittelpunkt unserer Betrachtung gerückt werden. Die Erkenntnis dieser Notwendigkeit wird zeigen, daß für die Erfüllung der zionistischen Aufgaben die Jugendbewegung — wenn man darunter Bewegung der jüngsten Jugend versteht, die lediglich das Leben einer frühen Altersstufe zum Gegenstande hat —nichtvon soentscheidenderBedeutung sein kann,wie manesaich in unseren Kreisen vielfach angenommen hat (Es braucht hierbei nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß die Möglichkeit, zionistische Gedanken und Stimmungen schon sehr früh an Menschen heranzubringen, nictes von ihrem Wert verlieren kann.) Auch für die Aufgaben, an die jetzt m denken ist, wird die wirkliche Anteilnahme junger Kreise von Bedeutung sein. Aber sie wenden sich naturgemäß an die Teile der Jugend, für deren zionistisches Leben schon die gedankliche Auseinandersetzung, die UrteilsMldung einen Inhalt bilden kann. Hier müßte das-KJV. seine Aufgabe erkennsi. Es müßte auch zeigen, daß das Ziel der zionistischen Jugendbewegung nicht allein sein kann, immer wieder Jugendbewegung hervorzubringen rad zu führen, sondern vielmehr, die Produkte der Jugendbewgung über tkn Kreis der Jugend hinaus im zionistischen Leben wirksam zu machen. Darin würde sich der echte KJV.-Gedauke zeigen, daß das Leben im eigeom Kreise bei aller Verbundenheit, bei aller Stärke, die diesen Kreis zusammenschließt, d^ch seine Rechtfertigung in der Wirkung findet, die über den «igenen Kreis lunaus in eine größere Gemeinschaft hineinstrebt. Wir glauben, daß das KJV. heute wieder imstande ist, «tue Aufgabe dieser Art zu erfüllen, die einen Dienst für die ganze Bew*£gung leisten würde. Der Kartelitag hat die Aufgabe, mit einem fruchtbaren Abschluß der Diskussionen der letzten Zeit die neuen Möglichkeiten zu eröfiiKn. In einer solchen Wirkung des Kartells wird sich zeigen können, daß der€edanke und die Aufgabe des Zionismus noch immer die Juden an sich zidkm muß, diean die Bedeutung des jüdischen Schicksals für ihr Leben glauben. Vielleicht kanr der Kartelltag dazu helfen, dieses Bewußtsein von der Kffait und Notwendigkeit des Zionismus aufs neue zu verbreiten. Erziehungsressort. Die Anfangstätigkeit des Ressorts erstreckte sich zunidist auf die Vorbereitung der auf dem Leipziger K.T. beschlossenen Tagung. Ueber das Ergebnis dieser Tagung wurde danach im JSt. berichtet Ich bin der Ansicht, daß in Zukunft weiterhin solche Tagungen, allerdings in anderer Art, nämlich in Form von Seminaren für führende Bundesbrüder, abgehalten werden sollen, unter Beschränkung auf 1—2 Stoffgebiete. Es wurden weiterhin die Forderungen der einzelnen Esamina näher präzisiert (Siehe: K.T.-Beschlüsse in der Frage des Unterrictas, JSt. 1921, III, 99; Unterrichtsplan f. den Tendenzunterricht, JSt. 192L HI, 102; das hebräische Inaktivenexamen [Samburski], III, 109—110.) Einzelne Bundesbrüder haben in dankenswerter Mitarbeit Anregungen für die Arbeit gegeben. Ich denke hier hauptsächlich an dk Anregungen von Marcel Lew zum Palästinaunterricht (III, 112) und von Kirschner zur Bibellektüre (IV, 154). Es wurde nach dem Kongreß auf die Wichtigkeit der Teilnahme an den gegenwärtigen akuten zionistischen Fragen hingewiesen. Im Rund-

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