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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 4 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 4 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 83)
Language
German
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8i alten Welt, aus dem alten Geist geboren, in die neue Gemeinschaft hinübernehmen, wie z. B. die Sehule, die auf dem als schlecht erkannten Prinzip der Autorität aufgebaut ist. Man muß sich entscheiden, für das Eine oder das Andere. Von dem aus, was über das Wesen dieser neuen Gemeinschaft gesagt ist, wird auch die schwierige Situation gegenüber den jüdischen Inhabern klar, die für uns heute hauptsächlich in der Form des Gesetzes gegeben sind. Denn das Wesen und die Fruchtbarkeit dieser Gemeinschaft liegt ja gerade darin, daß sie sich selbst ihr Gesetz schafft, und so kann und darf sie kein noch so vollkommenes annehmen, das von außen an sie herangetragen wird. Vielleicht, ja wahrscheinlich* wird sie später aus eigenem Willen zu Vielem wieder gerufen, was ihrem eigenen Gesetz entspricht, ja vielleicht werden uns in solchen neuen Gemeinschaften aus altem und neuem Gut die Formen geboren, die der echte Ausdruck einer starken jungen jüdischen Generation sind. Hans Sternberg, V. J. St. Maccabaea-Berlin i. a. B. Fritz Kahn: Die Juden als Rasse und Kulturvolk. Welt-Verlag, Berlin 1920. Das jetzt in zweiter Auflage vom Welt-Verlag herausgegebene Buch ist in zahlreichen jüdischen und nicht]üdischen Zeitungen und Zeitschriften ausführlich besprochen und in seinen Vorzügen gewürdigt worden, so daß es kaum nötig ist, mehr als ein kurzes Wort der Empfehlung zu sagen. Aus einem von ungeheurer Belesenheit zeugenden Wissen schöpfend gelingt es Kahn in klaren geistvollen Darlegungen, die Verfechter des arischen und germanischen Rassenadels (vor allem ihren Wortführer Chamberlain) in der ganzen Haltlosigkeit ihrer auf keinem anderen Grunde als dem Judenhaß aufgebauten Theorien zu zeigen, und auf der. anderen Seite ein durch historische Tatsachen fundiertes, liebevoll gezeichnetes Bild von der jüdischen Kultur aller Zeiten zu entwerfen, das seine Krönung in der Erneuerung des Judentums durch den Zionismus findet. All' das nicht mit der Oberflächlichkeit eines polemisierenden Feuilletonisten, sondern mit der gründlichen Sachlichkeit eines Wissenschaftlers. — Und trotzdem: Keiner der üblichen langatmigen Wälzer über das Rassenproblem ist entstanden, sondern ein in glänzendem Stil geschriebenes Buch, das durchs seinen Schwung die Leser mit sich fortreißt, es durch eine Fülle von Anregung bereichert. Arthur Sonnenield, V. J. St. Hasmonaea Berlin i. a. B. Max Brod: Heidentum, Christentum und Judentum. Kurt Wolff Verlag A.-G., München 1921. Das neue Buch von Max Brod sollte von allen V. J. St.ern gelesen werden. Hier wird Judentum nicht als ein abgeschlossenes, der Vergangenheit angehöriges fertiges System wissenschaftlich behandelt, sondern ein Jude, dem das Judentum wieder lebendig geworden ist, sucht die jüdische Vorstellung zum Leben aufzudecken und gegen Heidentum und Christentum ab- 6

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