Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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6i Pferdes in das hellste Licht rückte. Nach jüdischem Brauch mußten, wenn man irgendwo einen Toten fand und die Ursache oder den Mörder nicht kannte^ die Führer des Volkes, die Reichen, die Rabbiner zur Leiche kommen und schwören: „Wir haben keine Schuld an dem vergossenen Blute", was soviel heißen wollte wie: „Wir stehen an der Spitze des Volkes und fühlen uns dafür verantwortlich, daß infolge unserer Regierungsart keiner durch Not oder andere Gründe in den Tod getrieben worden ist." Gastfreundschaft in Germanien (frei nach Tacitu s). „Den Römer trifft man überall, er ist jetzt überall zu Hause; den Hebräer trifft man auch v überall, aber er ist nirgends zu Hause." (Strindberg, „Historische Miniataren" und „Christus". Im Osten bricht ein Reich von 160 Millionen Menschen zusammen, 20 Millionen verhungern, bald, wenn es das Geschick will, die dreifache, vierfache Zähl., Hunderttausend vielreicht gelingt es, nach Deutschland mit seinen 60 Millionen Einwohnern zu entkommen. Asylrecht? Nein, lästige „Fremde". Begreiflich, denn die Fremden nehmen die Wohnungen weg und diese wollte man doch gerade zu Likörstuben umbauen, in denen die einheimische Urbevölkerung zu hausen pflegt Fehlt jede Vergleichsmöglichkeit? Die paar Deutschen, die nach Holland, Schweden, vor vermeintlicher Gefahr geflohen sind, haben diesen Ländern mehr Unannehmlichkeiten gebracht, als-die Hunderttausend dem deutschen Land. Aber das deutsche Volk hätte „geschrieen wie ein Mann", wenn jene Länder die ungebetenen Gäste abgeschüttelt hätten* Die über die Fremden zetern, mögen vorsichtiger sein. Sie werden zu Hunderttausenden in Holland, in Skandinavien sein, wenn Bolschewismus und Pestilenz Deutschland befallen sollten. Es ist unzweckmäßig, heute schon Argumente gegen sich zu beschaffen, es fehlt schon so nicht daran. Im übrigen handelt es sich ja auch nur%m einen Gegenbesuch, der aus dem Osten erwidert wird, und es steht noch nicht fest, welcher Besuch dem Wirt teurer zu stehen kommen wird. In einer Beziehung aber handelt man rücksichtsvoll gegen die Fremden. Diese würden, wieder ins Ausland gezogen, nach guter Aufnahme voll Dankbarkeit für Deutschland eintreten. Dieser heutzutage nicht geringen Unannehmlichkeit enthebt man sie. Übrigens gibt es Ausnahmen: Wenn die Fremden Türken sind und unter stillschweigender Duldung Deutschlands einige Hunderttausend Armenier ermofdet haben, macht man ihnen respektvoll die schönsten Wohnungen frei. Einer für Alle. Die Juden sind Bolschewisten, "denn z. B. ein paar assimilierte russische Juden sind neben ihren russischen Kameraden an der Arbeit, das ganze russische Judentum zu zerstören, ein unersetzlicher Verlust, einr beinahe ausschlaggebendes Hemmnis für den Wiederbeginn der Aufrichtung-- des "jüdischen Volkes. Die Juden sind Kapitalisten, denn z. B. die Mehrzahl des jüdischen Volkes vegetiert unter unmöglichen Bedingungen- und verhungert halb oder ganz.