Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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55 zunächst die hohen Stiefeln, ohne die man hier im Winter dauernd ertrinkt, Rasierapparat, ein Nachthemd, eine Decke und ein Eßbesteck, was ich gleichfalls eingebüßt habe. Wenn die Versicherung zahlt, würde ich auch sehr gern wieder einen Apparat haben. Leider hat hier niemand einen, und ich würde Euch so gern öfter Bilder zusenden. Platten oder vielmehr Films kann ich sehr, billig in Tiberias für alle Apparate erhalten. Wenn ich hier einen kaufen sollte, müßte ich sehr viel Zoll bezahlen, der, wenn ich ihn geschenkt erhalte, fortfällt. Ihr seht: ein Sohn in Palästina ist keine ganz leichte Sache (schon seine Briefe zu lesen ist schwierig, aber mit feuchten Fingern zu schreiben ist schwer, und Schreibmaschinen gibt «es im Umlkreis von 50 km nicht). Alles ist aber wie gesagt auch nicht nötig; es gibt hier weit mehr Menschen, die besser ohne als mit diesen Dingen leben. — Jetzt muß ich schließen und schleunigst schlafen. ... Hans S t e rnb erg (V. J. St. Maccabaea-Berlin.). LEIBESÜBUNGEN IM K. J. V. Paul Hirsch (Ruder-V. J. St. Jvria Berlin i. a. B.) Die Entwickhmg des Sportes, die erst in den letzten Jahren die deutsche Studentenschaft beeinflußt hat, wirkte schon vor dem 'Kriege auf das K. J. V. ein. Im ersten Kriegsheft unserer Zeitschrift, setzten wir uns mit den Gedanken des Turnens und Sportes auseinander, und einer der Verfasser wies darauf hin, daß auch die deutsehe Studentenschaft zu dieser Auseinandersetzung gezwungen sein würde, und die große Volksbedeutung der Leibesübungen erkennen müßte. So begann damjals das K. J. V. ein geregeltes Sportsprogramm in sein Verbindungsleben einzuordnen, und man konnte in demsel» ben Heft einen Bericht über das erste interne Sportfest lesen.