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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 4 (April 1922) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 4 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 54)
Language
German
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das Saatgut (minimal," bei der Valuta ein Arbeitslohn pro Tag und Kopf), die Kuh, die doch aber als Wert bleibt und sich bei den sehr hohen Milchpreisen sehr hoch verzinst, drei Gespanntage für Pflüge mit Eggen, und pro Kopf und Woche ein Arbeitstag. — Ein Erfolg, der heute schon da ist, besteht darin, daß endlich, was bisher nicht zu erreichen war — über landwirtschaftliche Dinge diskutiert wird, und die Leute mit ihren Beobachtungen. herausrücken und zu neuem angeregt werden. Acht Stunden wird gearbeitet, drei Stunden unter dem Baum, gelegen. So geht einem durch die Arbeit auf eigenem Land das Tempo nicht verloren. Vorläufig muß man im Gegenteil immer noch bremsen. Die meisten würden am liebsten in der Mittagsglut bei uns arbeiten, um die vierstündige Mittagspause der Farm auszunutzen. Was die Gesundheitspflege hier anbelangt, so erkenne ich nach und nach, daß abgesehen von ganz wenigen Dingen (Chi* nin, kein Seewasser), jeder sich selbst kennen lernen muß. So weiß ich, daß ich, wenn ich brause und mich nachher auf dem Dach vom Wind abtrocknen lasse (eine wundervolle Sache übrigens) totsicher eine - Halsentzündung bekomme. Andere machen das seit Monaten. Dagegen kann ich ruhig bei 45 0 im Schatten mittags von Tiberias nach Migdal marschieren, viele verlieren dabei nach den ersten zehn Minuten die Besinnung. Manche arbeiten besser mit Hemd, andere mit nacktem Oberkörper usw. So weiß man mit der Zeit immer besser Bescheid und vermeidet leicht Krankheiten. Für den Neuling ist die Hauptsache, daß er nicht in Heldentum macht, sondern bei Übelkeit, Kopfweh oder Milzbeschwerden ruhig einen halben oder ganzen Tag aussetzt. Mir persönlich macht mein Herz viel Freude. Ich lasse es, da wir hier jetzt für die Straßenbauko- % lonne einen eigenen Arzt haben, hin und wieder mal untersuchen. Mein Lebenswandel spielt sich jetzt meist so ab, daß ich um 4 Uhr aufstehe. Während ich mich anziehe, geht die Sonne auf. Da das Bild immer wieder von neuem schön ist, lasse ich mir stets Zeit zuzusehen. Sie kommt erst ein wenig und dann ganz rasch hinter dem Hauran hervor. Schon vorher spiegelt sie sich etwas im Hermon. Dann trifft sie in N. auf den See und nun wird der glänzende Streifen immer breiter, reicht bald bis Tapra, dem alten Templerschlosse, und in 20 Minuten ist sie bei uns, während das Meer und die Pflanzungen unten glitzern. Dann ist es höchste Zeit,

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