Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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eine Stunde Weg, durch Olivenpflanzungen, teils sehr jung, „jaar herzl", ein schöner Hain von Palmen und Nadelhölzern. Ein Hof imit Stallgebäuden, das Herzlhaus — Ihr kennt es von den N. F.¬ Marken. Herrlich ist der weite Blick auf die Berge. Arbeiter in weißen Blusen, Mädels treffen wir, gehen in die Küche, Kaffee trinken und dann durch die Ställe. Moische reitet aufeinem Maultier nach Kfar Uriah zu seinem Freund, und ich bleibe hier. Saubere Ställe, schöne große Kühe, gut gepflegt, Pferde und Maultiere. Turngeräte im Hof und überall frische Jungens — keine Araber — Frauen mit kleinen Kindern. Alles froh und hell. Am Abend gingen wir im Eiltempo nach Hause, verirrten uns beinahe, unter beifälligem Geheul der Schakale, so daß wir schpn die Messer losmachten. Dann gingen wir noch in^ den Pardeß, um Mandarinen zu essen. Oskar Theodor (V. J. St. Königsberg). Migdal, den 1. 9. 21. .....Neuerdings sind wir hier, d. h. fünf Arbeiter und Mädchen, auf billige Weise Grundbesitzer oder vielmehr Pächter gewfis^ den. Unten am See liegt nämlich ein Stück Land von etwa 8 Morgen, das unserm Bundesbruder Zlocisti gehört. Solange er nicht baut, kann er damit nichts anfangen, und so war er ganz einverstanden mit meinem-Vorschlag, daß wir es bewirtschaften. Dafür umgeben wir es mit einer Akazienhecke und machen es nach und nach frei von Unkraut. So haben beide Teile Vorteil davon. Ich glaube nicht, daß wir viel verdienen werden, aber wir haben die Angelegenheit aus andern Gründen in Gang gebracht.--Zunächst hoffe ich, daß wir viel lernen#werden, indem wir selbst Verbuche machen. (Ein Teil wird tief, einer flach gepflügt, ein Stück bekommt Mist (ein Teil war schon früher bebaut), ein anderer nichts usw. usw.) Dann verbilligt sich unser kleiner Küchenbetrieb hier, wenn wir eigene Gemüse und (da wir überreichlich Futter besitzen) eine Kuh und Hühner haben. Die sechs Leute sind zugleich in unserer Küche, der außerdem noch einige andere an» gehören, die aber keine Landwirte sind (Sanitäter, Telephonist usw.). Geld setzen wir bestimmt nicht zu, da wir Gelände, Geräte, Stallung und Wohnung umsonst haben. Ausgaben verursacht nur: 4*