Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mesha 1× ep/1006058
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49 Von dort aus ging ich nach Nazareth, einem wunderhübschen in den Bergen gelegenen Städtchen, sauber und reichlich beklöstert. . Keine Juden dort natürlich. Dann war ich auf dem Tabor. Auch dort auf dem Gipfel zwei Klöster. Es war dort sicher in Vorzeiten eine alte Festung, ein tiefer, breiter, in Stein gehauener Graben, um den ganzen Gipfel alte Mauerres^e. Wundervoll der Blick von dort über die Ebene Jesreel. Und dicht am Fuße liegt unsere Kolonie Mescha. Regelmäßig gebaut und bald eingegrünt', weiter nach Nazareth zu liegt Tel Addas. Da wohnen die Arbeiter der Kwuzah mit Arabern in einem Häüs erkomplex. (Die Kaufverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.) Tel* Addas hat in der Geschichte des Jischuws seinen eigenen Platz. Dort lebten die Witwen der gefallenen Schomrim. Es hat einen eigenen Klang dort alles. Hier in Daganiah sah ich das Grab von Moscheh Barskin (Ihr kennt ihn aus dem Jiskor.*) Eine lange Reihe von Gräbern ist es am Ufer des Jordan, ganz im Grünen verwachsen, am Abhänge eines Hügels mit Eukalyptus. Kurz sind all die Inschriften. Bussel, einer der Gründer von Daganiah, ertrank im See, ein anderer starb vor Durst im Gefängnis Dschemal Paschas. Ein Mädchen starb an Cholera, und so geht es weiter, eine lange, lange Reihe. Kinereth. Jetzt bin ich also hier und sehe immer mehr, wie schön Daganiah ist. Hier eine große Menge Menschen (von der Trockenlegung des Sumpfes vom Jordan her). Viel Leben und Lärm. In Daganiah alte, lange dort arbeitende Arbeiter, innere Harmonie und Leitung mit wirklich sicherer Richtung. Hier in Kinereth nicht so viel. Obgleich man staunen muß, was die Leute hier geleistethaben an Pflanzungen, an Drainierungs- und Sanie* rungsarbeiten. Von der Kwuzah Zeiroth ist kaum etwas zu hören. Sie führen da ein ganz eignes, stilles Leben, bearbeiten ihre Gemüse und halten sich ziemlich getrennt von dem geräuschvollen Leben in der großen Kwuzah (60 bis 70 Mann). Hier sieht man so richtig, wie eine Kwuzah nicht sein darf, nämlich gemacht, ohne innere Verbundenheit als Grundlage. Hier in Bethaniah ist " ein kleine Gruppe von österreichischen Blau-Weißen. Die Leute arbeitet! noch nicht als Kwuzah, aber leben so und werden wohl im nächsten Jahr eine eigene Wirtschaft übernehmen. Das ist der richtige Weg: .3 *) Jiskor. Ein Buch des Gedenkens an gefallene Wächter und Arbeiter im Lande Israel. Jüd. Verlag, Berlin, 1918. 4