Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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3* ropheten, das fürchterlichste und abschreckendste zu finden, was sie einem Volk als Strafe für seinen Abfall, als letzte Grenzmögjichkeit göttlicher Rache androhen konnten — und das war die Entwurzelung aus dem! Land und die Zersprengung des engen Volkszusamsmenhangs. Und andererseits jst auf die damals tatsächlich geübte Praxis des assyrischen Eroberervolkes hinzuweisen, daß durch ein raffiniertes Deportationssystem die Widerstandskraft unterworfener Völker ein für allemal zu brechen suchte: das Volk oder sein bester Teil wurden exiliert und in das evakuierte Gebiet fremde Kolonisten verpflanzt. Hierauf also konnte sich die Prophetie dem Volk gegenüber bei ihren Verkündigungen berufen. — Aber noch ein Moment darf nicht übersehen werden: im Gedächtnis des israelitischen Volkes war die Zeit, da es mit Hilfe seines Gottes in das Land gekommen war, lebendig und als natürliche Folge davon lebte das Bewußtsein, daß dieses Wohnendürfen im gelobten Lande keine naturgegebene Selbstverständlichkeit, sondern ein besonderes Geschenk des Ewigen sei. An diesen Punkt des Überganges von dem1 Zustand der Landlosigkeit in den der Seßhaftigkeit wird bekanntlich die gesamte israelitische Gesetzgebung geknüpft; und hier war die. äußerst wirksame Möglichkeit an die Hand gegeben, die Inbv 'itznahme und den Besitz des Landes von gewissen Bedingungen abhängig zu machen, von den Bedin« gungen nämlich des „mosaischen" Gesetzes (des Deuter onomiums). Und dieser unvergleichlich glückliche historische Gedanke ist zur beherrschenden Idee der ganzen israelitischen Religion geworden: das Land ist dem Volke unter bestimmten ewig gültigen Bedingungen gegeben; dies ist das allgemeine Schema, von den Propheten, von Arnos an, geschaffen und. im Deuteronomium systematisch durchgeführt: „Dem Recht, dem Recht jage nach, damit du-- das Land behältst, das dein Gott dir gibt/4 (Dtn. i 6,20; vgl. dazu noch Dtn. 5,30 und 11,9). Oder bei Jeremia (7,5—7): „Denn wenn ihr euren Wandel bessert--Fremdling, Waise und Witwe nicht bedrückt--usw. — dann werde ich euch wohnen lassen an diesem Ort, in diesem Lande, das ich euren Vätern gegeben für alle Zeit." (Vgl. ebenfalls Jer. 25,5). Und das Gegenteil? Wir , ^m» finden es in dieser selben Rede des Jeremia einige Sätze weiter ausgesprochen: „--weil ihr aber nicht auf mich gehört — _