Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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n gelassen für gemeinsames Spiel in den weiten, bäumereichen Anlagen des Technikums, Raum auch für besinnliche Ruhe. Selbst in den Zeiten ihrer ärmlichen Existenz hat die Schule Gewicht darauf gelegt, einen Raum, so geschmackvoll es die bescheidenen Mittel zuließen, zur" beschaulichen Lektüre herzurichten. Er ist der Ob* hut der Schüler übergeben und soll ihnen Verständnis für die geordnete und geschmackvolle Herrichtung eigener Räume erwecken. Als einen besonders wichtigen Faktor der Erziehung betrach* tet die Schule Turnen und Sport, und es soll, wenn ihr genügende Mittel zur Verfügung stehen, ihr Stolz sein, eine gute sportliche Tradition zu pflegen. Schon heute wird täglich geturnt, täglich auch gespielt und vor allem viel gewandert. Die palästinensische Pfadfinderbewegung ist von Haifa ausgegangen und findet auch bis heute hier besonders liebevolle Pflege. In Fortsetzttng der bisherigen Versuche soll das Lagerleben zu einem wesentlichen Teile des Erziehungswerkes der Schule werden. Nach den beschränkten Verhältnissen des Haifaer Jischub mu& die Schule eine gemeinsame für Knaben und Mädchen sein. Das darf nicht heißen, daß dieselben Erziehungsmittel für beide gelten müssen. Es ist im Gegenteil hier zum ersten Mal versucht worden,, eine spezielle Ausbildung für Mädchen ins Werk zu setzen. Wie schon oben angedeutet wurde, sollen die Mädchen in der Zeit der Werkstättenarbeit der Knaben hauswirtschaftlichen Unterricht in Küche und Hausführung erhalten. Ein Teil des in der Küche zubereiteten Gemüses wird im eigenen Schulgarten gebaut. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina zusammen mit der Organisation zionistischer Frauen hat dankenswerterweise die gesamte Einrichtung für die Schulküche zur Verfügung gestellt. Wir wissen, daß die Erziehung zu hauswirtschaftlicher Betäti* gung, zu Sparsamkeit und Rationalisierung in der Wirtschaft in den außerordentlich schwierigen, Bedingungen der Siedlungsarbeit eine der wichtigsten Aufgaben ist. Das ist zum- Schaden des Landes bisher vielfach übersehen worden. Hier muß gründlich Wandel geschafft werden. Und es wird gerade bedeutungsvoll sein, daß. dieser hauswirtschaftliche Unterricht im Zusammenhang mit höherer Schulbildung erteilt wird. Nur so wird das noch immer herrschende Vorurteil gegen hauswirtschaftliche Betätigung ausgerot* tet werden können. Mit diesem hauswirtschaftlichen Unterricht