Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537768-3537772--5556-3543675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
26 Werkstätten sind die Schüler Hüter der Sauberkeit und Ordnung. Sie lernen verstehen, daß Arbeit nicht gelingen-kann, wenn nicht jeder Rücksicht auf das Ganze nimimt und für die Herstellung allgemeiner Arbeitsbedingungen Sorge trägt. Im Umgang mit Material und Werkzeug werden sie zu deren sparsamer Verwendung, zu sorgsamem Umgang mit allgemeinem Gut, zur liebevollen und verständigen Pflege des Werkzeugs erzogen. Vor allem aber werden sie zur absoluten Genauigkeit von der kleinsten bis zur größten Arbeit herangebildet. Das Kind wird hineingestellt in den Kampf um ein sauber ausgeführtes Stück Arbeit und so zur Anspannung aller Kräfte, zur Ausschaltung all der Hemmungen gezwungen, die pünktlicher Arbeitsgesinnung entgegenstehen. So werden durch die Arbeit zielbewußte, mit natürlicher Kraftanspannung arbeitende Menschen erstehen. Durch das Zusammenarbeiten in Gemeinschaften sollen die sozialen Arbeitsformen hervorgebracht werden, die für künftige kolonisatorische Axbdl: bedeutungsvoll sein werden. Erziehung zur Arbeit wird an diesen Kindern, von denen ein. großer Teil aus palästinensischen und östlichen Ghetti kommen, freie jüdische Tatmenschen machen, und wenn etwas uns bewegt, die Unterstützung dieser Schule zu propagieren, so ist es der feste Glaube, der in uns wie in den Mitarbeitern an dieser Schule lebt, daß so eine neue, für die Siedlungsarbeit tüchtige Generation erzeugt wird, daß aus dieser bescheidenen Erziehungsarbeit die Arbeitsmenschen hervorgehen werden, die das Land so nötig braucht. Die Arbeit ist nicht die einzige Methode der Erziehung. Häufige Ausflüge und vor allem das gemeinsame Lagerleben, oft nur für Tage und im vergangenen Jahre zum ersten Male auf Wochen auf dem Karmel, dienen demselben Zweck: Erziehung zum Gemeinschaftsleben und Gewöhnung an all die einfachen Tugenden des täglichen Lebens unter freier Verantwortung der Kinder und unter ihrer eigenen Leitung. Und um ihre Erziehungsziele ganz methodisch erfüllen zu können, wird die Schule vom kommenden Jahre ab die Schüler während des ganzen Tages bei sich behalten tfnd so die Möglichkeit schaffen, im steten Zusammenleben erziehlich auf sie zu wirken. Die von den älteren Mädchen in der Zeit der Werkstättenarbeit der Knaben geführte Küche wird die Möglichkeit zu gemeinsamen Mahlzeiten geben, und auch die Schulauf* gaben werden in der Schule erledigt. Selbstverständlich ist Platz