Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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24 aus der naturwissenschaftlichen, mathematischen, geographischen und vor allem physikalischen Belehrung hervorwachsen. So wird eine neue Generation entstehen, die von vornherein nicht nur technisch denken, sondern auch sich technisch ausdrücken gelernt hat. Ein sechsjähriges intensives Training in Handarbeit und Zeichnen wird dem Technikum speziell dafür vorbereitete Schüler, dem Lande eine neue Generation praktisch erzogener Menschen geben. Aber Arbeit soll nicht nur in den Werkstätten getrieben, sie soll in allen Unterrichtsfächern, vor allem aber den realen, zum maßgebenden Faktor gemacht werden. Mit der modernen Pädagogik glauben die Träger dieser neuen Schule, daß auch Palästina über Anschauungs= und Gedankenunterricht zum Tatunterricht kommen muß. Auch hier darf über wertvolle Anfänge bereits berichtet werden. ~~ Der naturkundliche Unterricht ist verbunden mit Modellieren bei den Kleinen, mit mikroskopischer Arbeit bei den Großen. Und das naturkundliche Kabinett der Schule von den Schachteln an für die Aufbewahrung der Gegenstände bis zur Präparierung und wissenschaftlichen Verarbeitung des Materials ist ganz von den Schülern unter Aufsicht des Lehrers erarbeitet worden. In Physik und Chemie sind es besonders praktische Schülerübungen, in der Physik aber auch die Anfertigung einfacher Modelle und Apparate, die hier in Frage kommen. Ein weites Betätigungsfeld bietet vor allem der Geographieunterricht mit der Herstellung von Reliefs und landschaftlichen Forrrien, von Karten auf Grund eigener Messungen sowie durch Sammel- und Beobachtungstätigkeit. Großer Raum wird in allen Fächern dem Zeichnen eingeräumt, wie der Zeichenunterricht andererseits durch starkes Betonen von Typen» und darstellendem Zeichnen den Schülern die Fähigkeit geben soll, naturwissenschaftliche Objekte und Vorgänge in ihren charakteristischen Zügen zu erfassen und zeichnerisch darzustellen. Typenzeichnen und Werkskizzen sind eins der Merkmale des Unterrichts dieser Schule. So führt dies.e Arbeitsmethode auch zu einer schrittweisen Umgestaltung des gesamten wissenschaftlichen Unterrichts, wie sie der palästinensische Schulbetrieb dringend erfordert. Es wird in Palästina viel gelehrt, es wird viel geschrieben und viel auswendig gelernt, selbst in den realen Wissensfächern. Unsere Schule setzt