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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 4 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 4 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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19 Wiederaufbau des Tempels, das Kommen des Messias, bald, in unseren Tagen geschehe, daß die gegenwärtige Generation stets der Vollstrecker der Zukunft sei. Die Förderung geht so dahin, daß jeder einzelne sie in seinem Leben erfülle, daß jeder einzelne durch sein; Werk die Verwirklichung durch alle beschleunige. Nur so verstehen wir, wie gerade der Sozialismus Massen werktätiger und jugendlicher Menschen in den Bann seiner Idee zieht: er verlangt und erlaubt die Beeinflussung, die Gestaltung der Lebensverhältnisse, die Erfüllung seiner Forderungen durch jeden Mienschen, zu jeder Zeit. E*r fordert und verspricht eine Neuordnung aller menschlichen Beziehungen. Die Völker Europas konnten sich dieser Forderung nicht entziehen. Zumal heute, nach dem gewaltigen Zusammenbruch aller über* lieferten Systeme, können die Völker nicht daran vorübergehen, ihr gesamtes Gesellschaftsleben nach neuen Grundsätzen aufzubauen. Im Dienste dieser Forderung erfüllt sich die nationale Aufgabe : Errichtung der neuen Volksgemeinschaft. II. Wir hoffen, daß in unserer Mitte die alten Zweifel behoben sind, ob die Juden befähigt sind, ihre Volksgemeinschaft wieder neu zu errichten. Aber wir wissen, daß es aller unserer Kräfte, aller mjateriellen und geistigen Anstrengungen bedarf, um diese Verpflichtung zu erfüllen, welche die Geschichte unserer Generation gegenüber unserem jüdischen Volke und gegenüber allen anderen Nationen auferlegt hat. E's ist dem ganzen jüdischen Volk^ insbesondere der jüdischen Jugend, noch keineswegs deutlich geworden, daß wir heute einen jener im Dasein der Völker seltenen Momente erleben, in denen kein Gegensatz besteht zwischen den Bedürfnissen eines nach nationaler Vervollkommnung strebenden Volkes und der es umgebenden, durch dieses Streben betroffenen Mächte, zwischen der Neuordnung der inneren Verhältnisse nach den eigenen Interessen und der Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft der Völker. Und so ist es auch nicht genügend klar geworden, daß wir eine doppelte Aufgabe übernehmen, die eben nur erfüllt werden kann, wenn sie nach beiden Richtungen hin verwirklicht wird, weil das eine das, andere bedingt und das eine das 2*

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