Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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20 andere herbeiführt: Aufbau der jüdischen Volksgemeinschaft, das ist Begründung der nationalen Siedlung — und innere Neuordnung, das ist Errichtung einer nach den Bedürfnissen der Freiheit,, des Friedens, der Sittlichkeit beherrschten Kuljturgemeinschaft. Wenn ich sagte, das eine bedinge das andere, so entspricht dasunserer tragischen nationalen Lage. Man hat wohl versucht, sich über unsern inneren Zustand hinwegzutäuschen: die Zünftigen haben ihn auch beschönigt, erklärt, sie haben ihn einfach hinge* nommien und als jüdisches Spezifikunu oder gar als Verhängnis* Fügung oder Mission der kritischen Betrachtung entziehen wollen.. Aber wann hat je ein Volk, ohne die schlimimsten Folgen zu dulden, in solcher Situation verharrt, fast untätig verharrt, wie die Juden es heute tun? Darf man einen solchen Niedergang der körperlichen, der sittlichen, nationalen, kulturellen Kräfte eines Volkes, erleben, wie es uns Juden widerfährt, und sollte nicht den Mut zur Wiederbelebung finden — darf man einer solchen Auflösung, Abbröckelung, Zersprengung, Anfeindung der Gemeinschaftgegei> überstehen und sollte nicht die Kraft zur Sammlung und Zusammenfassung haben? So muß der jüdische Aufbau der Gesundungsprozeß des jüdischen Volkskörpers sein. Ohne diesen Aufbau kann er nicht gesunden, und mit der gegenwärtigen jüdischen nationalen Verfassung könnte kein Aufbau gelingen. Die Schlacken des Galuths müssen abgestreift werden. Es kann sich nicht darum handeln, zu den vielen Ländern der jüdischen Zerstreuung eben noch eines, Palästina, hinzuzufügen, oder gar unserem Lande, das nicht Galuth sein darf, dieses tröstende Moment Heimat, Land der Befreiung und Erlösung zu sein, zu rauben durch blinde, ohne Verständnis für die Richtung unseres Weges bewirkte Übernahme unserer Mängel nach Palästina. Denn die Rückkehr in dieses Land muß die Rückkehr zu uns selber sein. Und trotz der in der letzten Zeit so behaglich vorgebrachten Kritik derer, die sich der Ideale leicht entäußern können, erstreben wir, "daß durch den Aufbau Palästinas das jüdische Persönlichkeitsproblem seiner Lösung näher komme und' erklären wir, daß der jüdische Mensch nur in der jüdischen Gemeinschaft auf eigenem Boden, welche ihm alle Vorbedeutungen seelischer Entfaltungen, menschlicher Entwickelüng, produktiver kultureller Betätigung bieten kann, jenen Widerhall der Gemütsregungen, jene Harmonie zu finden vermag, die alle