Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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14 lung im Sinne der Bälfour-ErHärung, die nicht aus der heute gegebenen Lage erwachsen kann, sondern auch mit Hilfe der Re* gierung gemacht werden muß. Das Mandat und die in ihm enthaltene Balfour-Deklaration ergeben, daß der Grundsatz der Berücksichtigung der heute gegebenen Tatsachen seine Grenze findet in dem Zielgedanken des Mandats, der Errichtung der jüdischen Heimstätte. Sie begründen die Forderung, daß auch die palästinensische Regierung dieses Ziel als ihre eigene wichtige Aufgabe zu empfinden hat, die sich in aktiver Teilnahme und im Schutz aller jüdischen Entfaltungsmöglichkeiten zeigen muß. Das Verlangen nach einer Haltung der palästinensischen Regierung, die stärker und bewußter als bisher die Notwendigkeit aktiver Unterstützung der jüdischen Entwicklung zeigt, wird von der zionistischen Politik mit dem Hinweis auf die Verpflichtungen geltend zu machen sein, welche in den rechtlichen Grundlagen der palästinensischen Verwaltung enthalten sind. Aber diese rechtliche Begründung muß durch den Versuch unterstützt werden, die Tatsachen der Gegenwart sobald als möglich in dem Sinne zu entwickeln, daß in ihnen immer mehr jüdische Kräfte von Bedeutung werden. Wenn es gelingt, die Zahl der jüdischen Einwanderer zu vervielfachen, ihnen die Möglichkeit befriedigender Tätigkeit zu geben, die wirtschaftliche und kulturelle Kraft des jüdischen Elementes immer mehr zu stärken, wird man wirksam dem Bestreben der Regierung nach Anpassung an die Tatsachen der Gegenwart entgegenkommen können. Die einzelnen Schwierigkeiten der jüdischen Politik weisen also immer wieder auf die eine Aufgabe hin, die sich als Grundaufgabe ohnedies aus dem Programm der Errichtung einer jüdischen Heimstätte ergibt: jüdische Menschen in möglichst großer Zahl nach Palästina zu bringen und das Leben, das sie dort führen, in jedem Sinne so fruchtbar und wirkungskräftig wie möglich zu gestalten, damit es immer mehr zum bestimmenden Charakteristikum des Landes werde. Es ist klar, daß die Aufgabe außerordentlich ist. Schwierigkeiten von erheblicher Bedeutung und von der verschiedensten Art begleiten diesen Versuch eines Volkes, das Jahrhunderte lang aller normalen Lebensbedingungen beraubt war, ein normales Leben zu erhalten: Hindernisse wirtschaftlicher Art, die sich aus der Natur des Landes, aus der Natur der Juden und aus