Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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22 ergeben zwischen - der erworbenen Rechtsstellung und der Fähigkeit, sie auszufüllen. ] Für den Aufbau jüdischen Lebens in Palästina ist die Beseitigung von Hindernissen notwendig. Denn jetzt, wo es sich nicht mehr um Anerkennung, sondern um Verwirklichung eines Programms handelt, zeigen sich die in der Wirklichkeit vorhandenen .Widerstände. Hier kornjmt in erster Linie die in Palästina ansässige arabische Bevölkerung in Frage. Die zionistische Po* litik kann mit Recht darauf hinweisen, daß Palästina für die nationale Existenz des arabischen Volkes keine entscheidende Be- ___deutung besitzt, wie für die des jüdischen Volkes, dessen Anspruch auf Palästina anerkannt werden muß, wenn man einmal sein Lehensrecht anerkannt hat. Die wohlerworbenen Rechte der arabi* .sehen ansässigem Bevölkerung, die selbstverständlich zu achten sind, werden nicht gefährdet werden. Vielmehr werden auch die Lebensmöglichkeiten der Araber in vielen Beziehungen durch die jüdische Entwicklung gefördert werden. Diese Überlegungen sind richtig und für die Frage des Verhältnisses zwischen Juden und Arabern wichtig. Aber es ist klar, daß Aufklärungen in dieser Beziehung allein — die selbstverständlich, wie jeder Versuch einer Verständigung, immer von neuem wiederholt werden müssen — nicht ausreichen werden. Auch hier kann der Hinweis auf eine zukünftige Entwicklung das Fehlen der Gegenwart nicht ersetzen. Ein endgültiges Nachlassen des Widerstandes der Araber kann -erst dann erwartet werden, wenn durch quantitative und qualitative Verstärkung des jüdischen Elements eine endgültige, nicht mehr zu beseitigende Position im Lande geschaffen ist, so daß einerseits ■die Festigkeit des tatsächlichen Zustandes die ^Bemühungen der , Araber um eine Beseitigung jüdischer Entwicklungsmöglichkeiten aussichtslos und auch ihnen eine Verständigung geraten erschei- -nen läßt, während andererseits durch Tatsachen, nicht nur durch Versprechungen, gezeigt werden kann, wie wenig jüdische Entwicklung arabische Unterdrückung bedeutet. Der arabische Widerstand zeigt, auf mittelbare Weise, seine "Wirkung auch in der Haltung der palästinensischen Regierung. Für die Verwaltung Palästinas miuß das Programm maßgebend sein, das die Auftraggeberin der palästinensischen Regierung, die englische Zentralregierung, auch als voraussichtliche Willens»