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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 4 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 4 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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IE Tatsache, dem Gedanken, daß die Juden als Volk leben, leben wollen und eine Aufgabe haben, aber ihnen die Bedingungen des Le» bens eingeräumt werden müssen, konnte insbesondere die englische Regierung als zuverlässige Vertreterin jüdischer Interessen gewonnen werden. Dieser ideelle Faktor ist und bleibt die stärkste Stütze jüdischer Politik. Daß seine Wirksamkeit auch für die weitere politische Entwicklung als Aktivum von entscheidender Bedeutung anzusetzen ist, hat sich erst vor kurzem wieder gezeigt, als Sokolow den offenbar erfolgreichen Versuch machte, die amerikanische Regierung, die wegen ihrer Stellung zum Völkerbunde den Mandaten im allgemeinen ablehnend gegenübersteht und daher durch ihren Widerspruch deren endgültige Erledigung immer wie* der verzögerte, zu einer, von ihrer allgemeinen Haltung abweichenden Stellungnahme zu Gunsten der Erledigung des Palästina- Mandats zu veranlassen. Diese wichtigste Kraft der zionistischen Politik — die eine Gewähr der Dauer in sich trägt, weil sie so lange wirken wird wie der Lebenswille des jüdischen Volkes — kann aber nach diesen ersten großen Erfolgen allein nicht mehr genügen. Sie war imstande, bei der Feststellung der großen Linien der internationalen Politik sich zur Geltung zu bringen, bei der in großen Umrissen gedacht wird, die nicht nur Wirklichkeiten, sondern auch Möglichkeiten umfassen. Bei Überlegungen solcher Art konnte mit Recht die ganze Lebensfülle des jüdischen Volkes erwogen werden, auch diejenige, die in der Gegenwart noch nicht wirksam geworden ist, deren Wirkung aber in der Zukunft möglich sein wird. Da aber, wo die'jüdische Politik nicht auf die Gestaltung von Grundlinien, von Programmen des Völkerlebens einzuwirken hat,, sondern wo einzelne und bestimmte Tatsachen der Wirklichkeit zu bilden sind, muß sie über Kräfte der Wirklichkeit verfügen. Mit der Anerkennung des Anspruchs auf Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina ist unmittelbar die Aufgabe gestellt, diese Heimstätte in der Wirklichkeit aufzubauen. Die Schwäche und Geringfügigkeit der Ansätze, die in Palästina selbst gemacht worden waren, wirkte nicht a!l£ erhebliches Hindernis,, so lange der Anspruch selbst nicht anerkannt war. Jetzt aber, nachdem das Recht anerkannt ist, darf sich kein Mißverhältnis

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