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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 3 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 3 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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124 die so geschwächte Verbindung zu unterstützen (ich möchte eher noch d..v Gegenteil behaupten), hat sich die uns geschlagene Wunde selbstverstündhd zu einein chronischen Leiden herausgebildet, an dem die Verbindung; schw'ekrankt. Unter solchen Umständen, waren die Aussichten auf ein auch nu; einigermaßen glückliches Semester sehr gering. Und doch kann man auf Grund objektiver Beobachtung heute sage daß wir während des Semesters ein gutes Stück vorwärts gekommen sin-]" Zum Erstchargierten wurde in a-bsentia gewählt Leo Alexander. A\ Conchargierte Samuel Schwarzbarth und Reinhold Rosner. Fuxmaio: Moritz Hirschfeld. Keil wart: Alfred Wiener. Kassenwart: Isaac Makow'sk:' Sportwart: Bernhard Littwitz: Als Wichtigstes schien mir zunächst die Wiederherstellung der innerlichen Festigung, die Bundesbrüder einander näher zu bringen. Disziph: und Pünktlichkeit in die Verbindung wieder einzuführen. Durch offene und freie Aussprache über alle Fragen, die uns bewegten, ist zunächst ei;;, geistige Annäherung erzielt worden. Wir haben keinen Kurs abgehalten, sondern hatten -statt dessen abwechselnd einen K.J.V.-Abend, an dem;r.;: Grund eines Referates über spezielle Kartell- und Verbindungsfragen diskutiert wurde. Der andere Abend galt der Erörterung allgemeiner zionistischer Fragen. Bei dieser Gelegenheit will ich nochmals A.N. Leleve: für seine eifrige Mitarbeit bei diesen Abenden im Namen der Verbinchu v; danken. Geturnt wurde einmal wöchentlich. Fuxenunterricht wurde vua Bbr. Hirschfeld dreistündlich in der Woche abgehalten. Bbr. Ephraim erteilte Palästina-Kurs. Die geselligen Veranstaltungen dienten der tiebun. des persönlichen Connexes, wobei es mir in der Hauptsache zunächst dari '? ankam, daß möglichst viel Bundesbrüder zu jenen Veranstaltungen erschienen. Deshalb sah ich in den ersten Wochen von Vvanderungen ab. /;: denen aus begreiflichen Gründen wenig Bundesbrüder erschienen wären, griff zv Spaziergängen im Tiergarten, Musemmibesuchen und endlich auch zweimal zu dem viel verpönten und besprochenen „Frühschoppen". Und wenn de V.J.St. Berlin daraufhin eine Welle von Achselzucken und Lächeln der „Besseren" über sich hat ergehen lassen müssen, so nahm ich hierfür du: Verantwortung vollends auf mich in der Erkenntnis, daß man ein Wrbindiingsleben nicht nach einem bestimmten Schema ganz besonders „Tüchtiger" gestalten kann, sondern daß man sich nach zeitlichen und psychologischen Verhältnissen der Bundesbrüder zu richten hat. Nebenbei möchte ich erwähnen, daß neun Zehntel sämtlicher Bundesbrüder des V.J.St. Berli: sich die Mittel für ihr Studium durch Nachhilfestunden usw. erwerbe* müssen. Hebräisch wurde von einzelnen Bundesbrüdern an der Sprachschulc '-Tllernt. — Unser zweites Ziel war die Wiederherstellung des Connexes m; unseren Alten Herren. Zu diesem Zwecke wurde eine Besuchsaktion er geleitet, die aber leider wegen der mangelnden Energie und Geschiekhcn keit der besuchenden Bundesbrüder nicht den gewünschten Erfolg zeitig Von Erfolg gekrönt war der A.H.-Abend, zu dem annähernd 20 Alte Herrc- * erschienen sind. Ein kurzer Semesterbericht leitete den Abend ein, wora" einzelne musikalische und rezitatorische Vorträge folgten. An den Freit:;-: Abenden fanden sich bei Bbr. .Max Stein fast regelmäßig einzelne Bunde brüder ein. Von geselligen Veranstaltungen seien dankenswert^herv-r gehoben die Abende bei Bbr. Martin Cohn und der von A.H. Josef Schindler gestiftete Abend bei Bbr. Ephraim. Endlich ist noch das Semcster-Abschlußiest zu erwähnen, das nach ee Urteil aller Teilnehmer einen außerordentlich guten Verlauf genommen ha'- Mit gutem Erfolg arbeitet eine organisatorische Neueinrichtung, die 1 ' sonalkommission, die mit rücksichtsloser Strenge die vom Erstchargieru genannten säumigen Bundesbrüder zur Rechenschaft zieht. An dieser >te. sei noch A.H. Salinger für seine Mitarbeit gedankt. Außenarbeit haben wir. außer Bahnhofsdienst, nicht geleistet, und z^- ars dem Grund allein, daß erst die Verbindung innerlich gefertigt wegmußte, bevor sie sich in Außenarbeit zersplittern darf.

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