Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 3 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus den Bezirksverbänden usw. \2S Es ist eine seltsame Erscheinung, daü auch noch heute die Darsteller dr; jüdischen Geschichte, oder einzelner Bewegungen und Episoden derselben allzusehr hei_großen Einzelerscheinungen haften bleiben und dadurch zu scfiir die Verknüpfung dieser Erscheinungen mit dem Leben des ganzen Volkes, aus dein sie heraus geboren worden sind, und mit den in ihm wachsenden Energien, die sich in ihnen manifestieren, allzuuenig beachten. Die Geschichte der zionistischen Bewegung — und dazu noch die innere — wird nicht erschöpfend dargestellt durch die Schilderung des Kampfes vm die Leitung, durch die Darstellung des Kampfes um die hebräische Sprache. Die religiös-geistigen Strömungen in der zionistischen Bewegung kann man nicht erschöpfend aufzeigen, indem man die Lehren Bubers, Birnbaums und Gordons zitiert und kritisch beleuchtet. Um die religiös-geistigen Strömungen in der Zionistischen Bewegung in ihren Urquellen erschöpfend aufzuzeigen, dazu gehört eine Darstellung der religiösen Zustände der gesamten .Judenheit, sogar ein genaues Eingehen auf die religiöse Entwicklung unserer Zeit überhaupt, auf das Verhältnis des heutigen europäischen Menschen zmr Religion. Buber, Birnbaum usw. sind Einzelerscheinungen der Bewegung. Erscheinungen von starker Wirkung; aber sie bedeuten nidht die Bewegung selbst. „Die Zionistische Bewegung44 — so lautet dsrr Titel des Buches — ist die Geschichte der großen Gemeinschanen m Volke, — Arbeiter-. Jugendgemeinschaften usw., welche in diesem Budne leider nur andeutungsweise Erwähnung finden. Eine Darstellung ihrer Entwicklung, der in ihnen ringenden, geistigen Kräfte, dies wäre „die zionistische Bewegun g". Eine Darlegung der Ursachen der Erscheinung, daß die Gemeinschaften in erster Linie imstande gewesen sind. Meischen für den Aufbau des Landes zu erreichen und bereit zu stellen, ttes hieße unter anderem auch, den Ursachen der zionistischen Bewegung nachgehen (bei der Darstellung der Arbeiterbewegung in Palästina sehe ich einige Ansätze hierzu.) Je mehr das Buch sich dem» Ende nähert, desto gedrängter die Darstellungsweise. Die Schilderungen der Kongresse z. B. nur noch skizzenhaft, auf ilauptursuchen beschränkt: am Ende nur noch ein Aneinandersetzeni der letzten, bedeutsamsten zionistischen Ereignisse. Zusammenlassend : Die Zionistische Bewegung ist es nicht die hier ihre Darstellung findet, die Bewegung des Volkes nämlich rant al l e n in ihm vorhandenen Triebkräften, deren Wirkungsart sich aus den kompliziertesten geistigen, religiösen, politisch-ökonomischen Zuständen heraus erklären läßt, und die sich nun alle zu einem einzigen Ziele vereinigen, die aber doch bei ihrer Verschiedenheit im Osten und Westen, hirir* wie dort, der Bewegung ihr eigenartiges Gepräge verleihen. Eine solch«: Darstellung ist es nicht, sondern es ist eine große Revue alier bedeutsamem Erscheinungen, aller großen Wendungen der zionistischen Bewegung und als solche soll man das Werk gelten lassen. Hervorheben möchte ich noch die ausgezeichnete Behandlung der verschiedenen Institutionen der Zionistischen Organisation sowohl uadi historischen, als »ideologischen Gesichtspunkten (z. B. Kongreß, Leitunc Banken. Presse usw.). Gerade die Lektüre dieser Abschnitte dürfte für* jeden Zionisteru nicht nur für den Neuling in der Bewegung, eine Fülle von Anregung bieten und zur Orientierung inmitten der Erscheinungen des zionistischen Lebens wesentlich beitragen. Breslau. Febr. \922. Leo O l i t z k i. Aus den Verbindungen u. Bezirksverbänden. V.J.SL Berlin (Semesterbericht). Die Gründung des B.Z.K, hat gerade dem V.J.SL Berlin außerordentlich geschadet: und da dessen ungeachtet von den verantwortlichen Stellen des Kartells weder unmittelbar nach der Trennung, noch späterhin auch nicht das Geringste unternommen wurde, uns