Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 3 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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K I.V.-Unterricht 117 aus den Jugeudringen zeigt, schweißte sie seiner an vielen Orten zusammen, so daß man heute vielfach ein Zusammenarbeiten oder eine stark; Berührung aller drei Richtungen findet (so in Hamburg. Hannover. Köln, München. Breslau). Die Tendenz ist dabei .»gesamt-jüdisch'", wie die Ukraincsummlung und die Palästinaeinstellung der Neutralen und die soziale .-Vrbcir der Kameraden beweisen. In dieser Arbeit treffen *ich s^a- KannraJen und Blauweiße, sei es in einem indischen Ju-;endriüg wie in Köln, — oder innerhalb des Vorstandes des neutralen Juyendvereias wie in Hamover. (iemeinsame Treiiahrten werden veranstaltet, wie schon erwähnt, ja es taucht sogar der Gedanke einer gemeinsamen Tagung auf. VI. An dieser Stelle müßte der K.J.V.er arbeiten. Der jüdische Jugendtag, sei er lokal, sei er eine Kundgebung der gesamten jüdischen Jugend Deutschlands, ist ideell in nicht zu ferner Zeit möglich. (Von seinen- Bedeutung und Wirkung soll hier nicht gesprochen werden.) Aber ich zweifle an seiner technischen Durchführbarkeit nicht bloß aus finanziellen Grinden. < sondern einfach, weil die Führer fehlen. Innere und äußere Hemmmgeu müßten überwunden werden, geistige Strömungen erkannt und ge&uitet werdend Und endlich müßten diese Jugendlichen alle mitgerissen Winden von irgendwelchen Menschen, die fähig sind, über den momentanen Zusarid der Bewegung hinauszudenken und Richtung zu geben. Es Ist ^nickt die Tagung in ihrer konkreten Wirklichkeit, von der ich meine, daß sie Airisabe unserer Bundesbrüder wäre. Aber es wäre ihre Aufgabe, unsere. JmcnJ doch in dieser Richtung zu führen. Wir dürfen nicht so kleinlich sein, aus solcher Arbeit etwa ein Keilresultat zu erwarten, ja wir dürfen nicht eirmal das erwarten, daß eine neue Jungschar von Zionisten gewonnen wird. Kiese Arbeit gilt vielmehr der Schaffung einer Disposition.- eines seelischen Zustahdes innerhalb der jüdischen Jugend Deutschlands.. Die Einheit des (kutschen Judentums ak einer Landsmannschaft des jüdischen Volkes, die gegenseitige Verantwortlichkeit dieser Menschengruppe — das ist das Ziel. üEnd am Wege liegen Berufsumschichtimg, Schaffung eines Chaluzbundes, Pilä- ^tina-Vorbereitung. Keren Hajessod und Dienstpflicht. Eine persönliche Schlußbemerkung: Ich schrieb diesen Aufsatz, nachfkm ich über 1 Jahr innerhalb des Jungjüdischen Wanderbundes mitgearbeitet habe, indem ich die führenden Menschen zu beeinflussen suchte. Ich glaibe heute, daß ohne Mitwirkung des K.J.V. solche Erziehungsarbeit umsonst m. Diese Mitwirkung muß von zweierlei Art sein. Einmal müßte das K.ILV. einzelne Leute in die Jugendbünde hineinzuschieben suchen und die, die darin sind, in ihren Positionen stärken. Zu zweit — das ist das Wichtigste - müßte das K.J.V. das Problem der jüdischen Jugendbewegung als sein eigenes Problem erfassen und zu lösen suchen, in der Erkenntnis, daß die Zukunft unserer Bewegung und die Gestalt des deutschen Judentums von lex Entwicklung dieser Jugendbünde abhängt. Ich hoffe, daß durch diesen .tosatz das Problem der jüdischen Jugend Deutschlands aus dem Zirkel liir Präsidialsitzungen und aus dem Schmollwinkel mancher Unzufriedener in beiden war es merkwürdigerweise zugleich heimisch) ans Licht der K.JX- Oeffenlichkeit gebracht wird, bis zum Kartelltag reift und dann in irgtnd einer Form zur Lösung gebracht wird. K. J. VAlnterricht. Von Rudolf G o 11 s c h a 1 k - Bernburg (V.J.St. Hatikwah-Leipzig aJl) 1. K.J.V.-Unterricht ist in erster Linie die Lehre vorn Kartell. Nicht eznc die letzte Diskussion hat gezeigt, daß unter den Bundesbrüdern die Anschauungen über Sinn und Wesen des Kartells weit auseinandergehen, fs ist notwendig, zunächst kurz grundsätzlich Stellung zu nehmen.