Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 3 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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i i4 K. J. .V. und Jugendbewegung aus. einen falschen Kurs steuern. Mit Gründen, die ans diesem Geist entstanden sind, kritisere man das Kartell und seine Leitung, man zeige, was zu bessern ist: wir werden mit allem Ernst auf solche Kritik eingehen, ihr folgen oder wenn uns das nicht möglich erscheint, der besseren zionistischen Einsicht, dem stärkeren zionistischen Willen weichen. Aber man höre auf damit, teilzionistische Programme als reinere, wahrhaftigere, würdigere Forderungen unserem Bemühen gegenüberzustellen, das von dem ganzen Ernst und dem ganzen Gewicht der zionistischen Forderung bestimmt ist. K. J.V. und Jugendbewegung. Von Alfred Berliner-Berlin (V.J.St. Jordania, München, V.J.K. Bikurali, Hannover A.FI.) I. Seit dem Kriege ist das K.J.V. vornehmlich eine Erziehungsgemeinschatt gewesen. Es war, um die Aufgaben dieser drei Jahre kurz zu kennzeichnen nach außen hin eine disziplinierte Organisation nach innen ein geistiger Organismus zu schaffen. Diese Aufgaben sind vielleicht noch nicht restlos gelöst, aber im K.J.V. als Ganzem innerlich überwunden; denn sie werden, wie mir scheint, nicht mehr als Probleme diskutiert. Die Entwicklung war notwendig, weil die Existenz des K.J.V, davon abhing. Darüber ist aber eine andere Aufgabe zu kurz gekommen, welche das Kartell stets für sich in Anspruch genommen hat, die Aufgabe einer wirkenden politischen Gemeinschaft.' Freilich das Kartell blieb ein politischer .Faktor in der Zionisitschen Organisation und die Leistung des deutscheu Zionismus ist nach wie vor wesentlich durch K.J.V.er bestimmt worden. Beides aber beruht auf der Arbeit des alten Kartells (bzw. von K.Z.V. und Bi.C), nicht auf der Wirkung des K.J.V. der letzten Jahre. Ich stelle dieses fest, auf den verschiedensten Gebieten. Die wirkliche „Außenarbeit*' des jungen Kartells, d. h. die wirklich führende aktive Arbeit des aktiven K.J.V. lag seit dem Kriege brach. Es hat für das K.J.V. immer nur eine solche aktive Außenarbeit gegeben (die ich in Gegensatz stelle zur passiven, zu der K.J.V.er „herangezogen** werden, d. h. zum Beispiel jeder Art von Sammeltätigkeit.) — das war die Arbeit in der Jugendbewegung. Flierzu darf man nicht nur die Gestellung der Führerschaft des Blau-Weiß rechnen, sondern auch alle Kämpfe mit der neutralen und assimilantischen Jugend, die Kämpfe mit dem K.C., überhaupt all das äußerst bewußt geführte Ringen um die Seele der jüdischen Jugend Deutschlands. Wir haben auch in diesen drei Jahren gerungen, davon' zeugen die guten Keilresultate. " Aber letzter Grund war hierbei nichts arideres, als Propaganda zu machen, als Vergrößerung des Kartells, als Stärkung der eigenen Reihen. Etwas anderes ist notwendig, war einmal vorhanden, so lange das Kartell seine innere Stärke hatte. Und ich fordere es von neuem jetzt, da ich zu sehen glaube, daß das K.J.V. seihe innere Stärke wieder gewonnen bat. Vorhanden war einmal ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit der ganzen jüdischen Jugend Deutschlands, das zur Mitarbeit an den Aufgaben dieser Jugend verpflichtete. Diese Mitarbeit war selbstlos, war befreit von Keilabsichten, war diktiert nur von der Verpflichtung, die eigene Idee, die natürlich Arbeit für das jüdische Volk hieß, hinaus zu tragen und zu verankern in der Jugend, von der wir selber ein Teil sind.