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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 3 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 3 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Die Forderung; des K. J.. V. i )ricnticruiiR des K.JA', nach der Ganzheit der zionistischen Forderung er- ...l^cn, wie es mit seinem gegenwärtigen Arbeitsprogramm versucht wird, ••»c'swegen können Programme nicht geniigen, die von vornherein zionistische j eilgebiete als einzig mögliche Betätigungsfelder des K.J.V. proklamiere.;. h.tVaber trifft auf die positiven Vorschläge zu, die von den Gegnern der Vrrschenden Richtung" gemacht werden und zu denen zum Schluß r.'>c!i Wort gesagt sei. Holdheim stellt die Forderung der neuen jüdKc! ~i\ . -scllschaft als ueue> Ziel des K.J.V. auf. Die von ihm behandelten Dii.-*e. :-e Kritik all der Feliler, die unseren Bundesbrüdern und Juden überhaupt :;. würdiges Leben in einer jüdischen Gesellschaft erschweren. werd-:> cute im Kartell behandelt, wie die Krstchargiertentagung gezeigt hat, die Mokiheim offenbar nicht genügend bekannt ist. Sie werden besprochen. .,:»er man sieht in ihnen nicht das letzte und einzige Ziel. Das ist gut, j,nn diese Forderung in ihrer Isoliertheit macht einen zu bescheidenen, zu;,.irlichen Findruck. Der Zionismus muß mehr verlangen, als daß ma;i .<u\n für menschlichen Anstand4* lernt, Ueberwindung „ghettomäßiger Nonchalance, plumper Vertraulichkeit** und alles anderen, was hierher gehört. Damit ist nicht gesagt, daß diese Aufgabe nicht auch wichtig "ist. Aber „eTade wenn man, durch ihre Bedeutung" veranlaßt, über sie nachdenkt, wird •a.in sich sagen müssen, daß sie nur im Zusammenhange mit der Gesarns- . dt zionistischer Aufgaben zu verwirklichen ist. Auch hier erstrebt man , nie Wirkung der Erneuerung des jüdischen Volkes, die sich im weseru-;Jien aus dem organischen Leben des Volkes ergeben wird. Deswegen Nt die für uns wesentliche Frage immer, wie wir Bedingungen für dieses 'iranische Volksleben schaffen können, ohne das auch keine Teilwirkun.g zu erreichen ist. Wenn wir auch -die Bestimmung des jüdischen Volkes heute, um Fichtes Ausdruck auf uns anzuwenden, darin sehen, daß „es sich elbst mit Bewußtsein mache", so müssen wir doch dieses bewußte Machen :mmer auf die Ganzheit und die grundlegenden Bedingungen eines organihen Volksiebens beziehen. Wir werden aber in Irrtümer verfallen, wenn Air glauben, daß wir Teilgebiete von dieser Aufgabe trennen und uns ihnen isoliert widmen können. lioldheims Forderung enthält denselben Irrtum vsie das Programm des Kulturzionismus, das gleichfalls eine Wirkung des Volkslebens erstreben zu können glaubte, bevor dieses selbst hergestellt war. Stärker erscheint die andere positive Forderung, die in dieser Dis- '•assion erhoben worden ist. Wreszynski hat den Kampf gegen die Assimilation als die Aufgabe des Kartells hingestellt. Kampf gegen die Assimilation ist, wie unbestritten ist, unsere Aufgabe und die von Wreszynski ^kämpfte Richtung darf vielleicht darauf verweisen, daß sie diesen Ge- :*iken ständig betont und auch Erfolge gehabt hat, wie sich darin zeigt. -•»Ii die Verpflichtung zur Werbearbeit heute kaum noch bestritten wird. Vxt dieser richtige Gedanke wird falsch, wenn man ihn, isoliert, zu der y^rderung des Kartells macht. Kampf gegen die Assimilation muß durch /''Hiismus geführt werden. Wer im Kampf gegen die Assimilation ein ir -h geschlossenes, ausreichendes Programm zu finden glaubt, wird dieselbe Nahrung machen, wie die Juden, die in der gleichen Weise den K^mof «•vseu den Antisemitismus als d i e jüdische Aufgabe ansehen. Alle diese Dativen Aufgaben des Judentums sind nicht zu trennen von der großen. ' »nstruktiven Forderung, erhalten ihren Sinn und die Möglichkeit ihres Ge- "•^ns dadurch, daß man das jüdische Volk aufbaut. Der Kampf gegen die * Limitation setzt heute schon voraus und wird jn Zukunft immer mehr aussetzen, daß man an zionistischen, positiven Leistungen beteiligt ist. ''-ht eine Anti-Assimilationsbeweguugv sondern luir die zionistische Bedang, nur der Aufbau des jüdischen Volkes wird die Assimilation be- •ven können. Deswegen gibt es für uns keine andere Möglichkeit, als den Zionismus meinem ganzen Umfange, in seiner ganzen Bedeutung, als die Grundlage ^seilen, von der aus das K.J.V.. seine Gegenwart und die Gestaltung ~cr Zukunft zu beurteilen ist. Noch einmal seien die Bundesbrüder auf- " ''fde-rt. zu prüfen, ob wir, von diesem allein möglichen Gesichtspunkt

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