Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 3 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Schwäche durch eine Theorie rechtfertigt, nach der wir nun einmal ..ei- Masse" seien, die ..bewegungslos" bleiben müsse, in der die „schlummert^ Kräfte4* zu gering: seien, als daß sie wirklich dein zionistischen Willen {.•;■ zelner entsprechen könnten. Aber es ist zu diesem Punkte auch zu bemerken, daß die Schilden;: der Erfolglosigkeit tatsächlich falsch ist. Wir haben nicht sehr viel [ reicht, und man kann aus dem eben Gesagten entnehmen, daß wir uns ü!>. diese Tatsache und ihre Gründe Gedanken machen. Aber es ist doch cin;^ erreicht. Wer die Entwicklung des Kartells, insbesondere in Fühlung njüngeren Generationen, im letzten Jahre beobachtet hat. wird sagen müsse daß wir auf allen hier erwähnten Gebieten wenigstens etwas vorwärts-, kommen sind. Der Raum verbietet, hierauf im Augenblick näher einzugeht die Berichte des Präsidiums an den Kartelltag werden hierüber das Y\. terial geben. Man soll doch*auch vor allem nicht vergessen, daß die Erfüllung u\ neuen Forderungen keine Angelegenheit weniger Monate ist. Ob um-, den K.J.Vern die Berufsfrage eir;e Rolle spielt, wird sich erst dann zeige wenn die Generationen, an die diese Forderung zum ersten Mal gericht wurde, berufstätig sein werden. Ob der Gedanke der Dienstpflicht mv durchsetzt, wird man erst sehen können, wenn eine erhebliche Anzahl v Bundesbrüdern, die jetzt noch im Studium und für Dienstpflicht kaum . brauchen sind, soweit ist, daß man von ihnen persönliche zionistische AuL'n». arbeit verlangen wird. Sicher ist. wie bereits gesagt, daß Ansätze, \:: etwas mehr auf diesen Gebieten vorhanden sind. Sicher ist auch, daß d.. aufgestellte Ziel nur erreicht werden kann durch zähen Willen und e:r auf lange Sicht berechnete Arbeit, die nicht erschrickt, wenn nach Monat«, oder auch nach einem Jahr noch wenig erreicht ist. Deshalb besteht eine Notwendigkeit, durch die wir uns grundsätzlk von unseren Gegnern, insbesondere von dem letzten lioldheimschen Artik unterscheiden. Für uns kann ein Geist zionistischer Resignation, wie von Holdheim vertreten und begründet wird, nicht maßgebend sein, h Ananke, die dazu führt, daß wir „uns dem harfen Muß bequemen", zionistisv. resignieren müssen, kann das Kartell nicht anerkennen. Wir können s nicht anerkennen, weil für das Kartell die Ananke in der zionistischen Y*> derung besteht. Und wir brauchen sie nicht anzuerkennen, weil d Kartell, wenn es richtig zionistisch empfindet, dieser zionistischen Forden.!* die Kraft der Elpis entnehmen kann, die Goethe — wenn Holdheim zitie: soll er zu Ende zitieren — der Ananke gegenüberstellt: „Aus Wolkendecke, Nebel. Regenschauer Erhebt sie uns mit ihr. durch sie beflügelt. ' Ihr kennt sie wohl, sie schwärmt durch alle Zonen — Ein Flügelschlag, und hinter uns Aeonen.** Wir glauben, daß es die Aufgabe des Kartells ist, diese Kraft der /' iristischen Forderung zu verbreiten, die Menschen anfeuert und über : gewöhnliches, der Ananke sich anpassendes Maß erhebt. Damit ist es ahnicht ztr vereinbaren, wenn man sich bemüht, das Versagen von K.JAe nicht nur zu erklären, sondern anzuerkennen und zum Maßstab der künnkv Entwicklung des Kartells zu macheu. Wir dürfen uns nicht damit gnügen, denen, die zionistische Forderungen von sich aus erfüllen, ein: o i«- tunate adulescens zuzurufen. Sondern wir müssen wissen, daß es ureigene Aufgabe ist, die Erfüllung der zionistischen Forderung immer wu.: zu versuchen, sie daher von unseren Bundesbrüdern zu verlanger ihnen, soweit es irgend geht, den Weg dazu möglich zu machen. Es ■ gut, wenn das Kartell, in dem- Bewußtsein, daß Kampf gegen zionist;^ Resignation die Aufgabe des K.J.Y, ist und bleiben muß, beginnen wt:r.. „ernsthaft und wortlos seine Pflicht zu tun". Zionistisches Philistertum, das den Geist des Sichabfindens zur Ur läge seiner Anschauung macht, ist mit dem Geist des K.J.V. — vielK - nicht mit seinem empirischen Charakter, aber mit seiner Idee, tnid dieser soll sich sein Weg richten - nicht zu vereinbaren. Deswegen uv.