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Der jüdische Student · 1922-04-01 · Heft 3 (April 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 3 (April 1922)
Date
1922-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Die Forderung des K. J. V. TU nicht mehr möglich sein wird -~ und um sich wirklich jüdische Kultirgehiete /Ai erschließen, die ihnen docfi Bedürfnis sein müssen? Ist es nmvendig. darauf hinzuweisen, daß Hebräisch als Sprache der jüdischen Kukir seihst heute noch der Besitz zahlreicher Juden ist. wollen K.J.Ver. die einna! von jüdischem Willen gesprochen haben, sieb ernsthaft gegenüber ier Notwendigkeit, sich jüdische Kuliurrnöglichkeiten zu öffnen, auf stärkere geistige Behinderungen berufen? Man sieht, was als „iMaximalfordeumg" abgelehnt wird, wenn man erst einmal anfängt, diese Formel als Abwehr zionistischer Ansprüche zu gebrauchen. Aber die Berufsirage. Man wehrt sich gegen die Tätigkeit des Berutsressorts, das von jedem K.J.Ver, „Umschichtung44 zur Landwirtschaft verlange. Niemals hat das Berufsressort ähnliches getan. Es hat tkn Bimdesbrüdern Möglichkeiten zu zeigen versucht, ihren Beruf so zu gtstalten, daß er ihnen die Uebersiedlung nach Palästina möglich macht. Die C'rrrichtung des Berufsressorts hat den Sinn, den Bundesbrüdern in der Gestalüug ihres beruflichen Lebens die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit. der zionistischen Forderung vor Augen zu halten und ihnen die Möglichkeit einer zionistischen Lösung zu erleichtern. Es hat dabei mit Nachdruik. wie es den Tatsachen entspricht, darauf hingewiesen, daß der landwirtschaftliche Beruf die besten Aufsichten für Palästina eröffnet. Aber hat es bei alledem in unwahrhaftiger Weise unerfüllbare Pflichten proklamiert? Da* kann mau nur behaupten, wenn man, wie Mayer, der Ansicht ist, tiiemtnd von uns könne Landwirt werden, oder doch, wie auch HoWheim in seinem ersten Artikel einen zionistisch befriedigenden Beruf im allgemeinen für unvereinbar mit den Ansprüchen der Persönlichkeit hält. Aber wir glauben, daß die Persönlichkeiten unserer Bundesbrüder im allgemeinen für zionistisih aussichtsreiche Berufe nicht zu schade sind. Wir glauben, daß viele uns durchaus dieselbe Entwicklung in einem Beruf finden können, &r für Palästina geeignet ist, manche sogar als Landwirte, wie wenn sie Hfechtsartwälte am Landgericht I in Berlin werden. Wir glauben nicht, däß im allgemeinen die normale Laufbahn des jüdischen, Akademikers den [Forderungen der Persönlichkeit mehr entspricht, notwendiger und wahrhaftiger ist, als unsere verlogene Ideologie des Berufsressorts. Wer zionistisch kritisiert, kann dem Berufsressort möglichweise vorwerfen, daß ess nicht genug oder falsch gearbeitet habe. Dann wird man sich über die ffiglichkeiten und die Wege besseren Arbeitens mit ihm auseinandersetzen missen. Aber er wird nicht die Tatsache und das Ziel dieser Arbeit als „Muximalforderung1' ablehnen dürfen. Die Unerfüllbarkeit der neuen Forderungen soll aber daraus folgen, daß man nichts erreicht habe. Man verweist befriedigt auf die janingen Ergebnisse der n,euen Losungen und folgert daraus, daß sie nur „Cieste gewesen und nicht von innerstem Pflichtgefühl hervorgerufen" seien. Ware die Darstellung richtig, wäre tatsächlich gar nichts neues erretdlt. so wäre man deswegen doch nicht zu der für die Richtung des K.J.^. verbindlichen Folgerung berechtigt, daß die ..Maximaiforderungen" tnAvahrhaftig seien und dem K.J.V. nicht entsprächen. Nein, für uns — de wir allerdings die „verlogene Ideologie" vertreten, „nur fordern und selbst nicht erfüllen" (auch dieses Argument wird in einem Aufsatz verwendet, (kr sich im Anfang edel und eindrucksvoll gegen die „Verwilderung politischer Sitten" wendet) — für uns würde sich daraus nur ergeben, daß de Uuwahrhaftigkeit nicht in den Forderungen, sondern im gegenwärtigin Zustand des Kartells enthalten ist Dies ist die Kritik, die wir am Karrell zu üben haben, daß seine Angehörigen in weitem Umfange nicht in dem Meist und in der Pflichterfüllung leben, die in einer Stätte jugendlichen unil entschiedenen Zionismus herrschen müßten. Daraus folgern wir, daß dieser Zustand unserer Menschen unwahrhaftig ist und geändert werden müil und zwar dadurch, daß man unablässig, bis zum endlichen Erfolge, die Forderungen des Zionismus im Kartell durchzusetzen sucht. Wir glauben aber k~icht, daß man diese Unwahrhaitigkeit bekämpft, wenn man die Besclaideuheit zionistischer Leistungen zum Programm macht, wobei man zioniftäsche

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