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Der jüdische Student · 1922-03-01 · Heft 2 (März 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 2 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
[Seite] (sequence 53)
Language
German
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Berichte 101 Bis zu den Weihnachtsferien etwa versuchten wir so gut als möglich das in Aussicht genommene Programm durchzuführen. Es wurden mehrere Referate über aktuelle Fragen der Gegenwart gehalten (Amerik. Kontroverse, Nationale Autonomie in Litauen u. a.). Besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle A. H. Stein für sein Referat über „Jüdische Gemeindepolitik" aussprechen. Der Talmudkursus wurde durchgeführt; es stellte sich aber heraus, daß es unmöglich ist, wie wir zuerst versuchten, Anfänger und Fortgeschrittene in einen Kursus zu nehmen. Wenn sich aus diesem Grunde, die Zahl der Teilnehmer verminderte, so haben die Übriggebliebenen eine ganze Anzahl vom „Blatt" gelernt. Die Fuxenstunden wurden in einer beide Teile befriedigenden Weise von K a n o w i t z erteilt. In der Keilarbeit waren wir sehr durch Mangel an geeignetem Material behindert. Wir haben 2 Neuaufnahmen zu verzeichnen. Die K.-C.-Verbindung hat keine Aktivmeldung. Wenn nun auch äußerlich die Verbindungsarbeit einigermaßen klappte, so fühlten wir doch, daß die Bundesbrüder ihr mit einer gewissen Kälte und Interesselosigkeit gegenüberstanden. Dies änderte sich nach der Erstchargiertentagung. An den Bericht von Kanowitz schloß sich eine sehr interessante und eingehende Debatte über die Kartellprobleme und das Verbindungsleben (Stellung zur jüdischen Religion, zur jüdischen Wissenschaft usw.) an, Fragen, die uns von nun an fast täglich, teils auf größeren Konventen, teils auf kleineren Zusammenkünften, beschäftigten. Die Folge davon war, daß ein Geist der Frische, Arbeitsfreudigkeit und Lebensbejahung in die Verbindung einzog, der das Leben im zweiten Teil des Semesters durchaus befriedigend gestaltete. Der persönliche Konnex der Bundesbrüder war gut. Von größeren Veranstaltungen hatten wir eine Chanukkafeier und eine Stiftungsfeier, auf der A. H. S c h 1 o ß b e r g ein Referat über „das alte K. J. V." hielt. Wir turnten — zuletzt regelmäßig und zahlreich — im J. T. V. Unsere Wanderungen waren meistens gut besucht und gemütlich Zum Schluß möchten wir noch dem A. H. B. der Verbindung unseren Dank aussprechen für die treue Hilfe, die er uns während des Semesters geleistet hat. Zum a. i. wurde a. B. Moritz Demant, zum Keilwart i; a. B. Simon Schereschewsky gewählt. Personaüa: In den A. C. wurden aufgenommen: Adolf Michelsohn und Nissim Jachi. Recipiert: Moses Kleinhans, Moses Rachmilewitsch. Inaktiviert: Simon Schereschewsky, Leo Schneroff. — Fux Julius Hirsch wurde abgegeben. — Rbr. Leo Schneeroff verlobte sich mit Fräulein Fissle; A. H. Leo Podbielski mit Fräulein Kanowitz; A. H. Friedel Berlowitz mit Fräulein Rowelt-ky. — A. H. Selimar Berlowitz hat sich verheiratet. — A. H. Silberstein hat einen Sohn bekommen. — Bbr. Rosenberg bestand das landw. Vorexamen; Bbr. Jakob das Referendarexamen; Bbr. Schneeroff das zahnärztliche Staatsexamen; A. H. Klewansky und Petzal das Assessorexamen. Simon Schereschewsky. Vi J. St. Bar Kochba, Köln. (Semesterbericht.) Der Antritts- Konvent dieses Winter-Semesters stand vor einer besonders schwierigen Situation. Für den Verbindungsbetrieb standen uns nur drei Aktive zur Verfügung. Es war deshalb selbstverständlich, daß wir die Keiiarbeit und die Vorbereitung des Sommer-Semesters als unsere alleinige Aufgabe betrachten mußten. Die Chargenwahl ergab Oscar C o n i t z e r * und Fritz Weber**. Wir veranstalteten im Laufe des Semesters einen Vortrags-Abend von Dr. Fritz Kahn über „Die Juden als Rasse und Kulturvolk". Dieser Vortrag war für uns, da er sehr stark besucht war, und glänzend wirkte, ein voller Erfolg. Auf Anregung von Bundesbruder Rosenblüth, der uns im Auftrage des Präsidiums besuchte, hatten wir einige Besprechungen wegen der Grün-

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