Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 2 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537768-3537770--5498-3543615- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
102 Berichte düng einer Ruder-V. J. St. Dieselben sind jedoch noch nicht zum Abschluß gelangt. Die Keil-Arbeit konnte zwar noch nicht vollständig zum Abschluß gebracht werden, hatte aber auch schon bis jetzt einen, recht guten Erfolg. Wir hoffen, im nächsten Semester eine größere Anzahl Bundes« brüder in Köln zu sehen, um wieder einen regelmäßigen Verbindungsbetrieb durchführen zu können. Der Schluß-Konvent dechargierte den Semester C. C. mit Dank und wählte als Ferien C. C. Bundesbruder Oscar Conitzer* und Bundesbruder Jan Kammerling** Personalia: Bundesbruder Max Spiegel bestand sein medizinisches Staats-Examen, promovierte, verlobte sich und wurde A.-H.-iert: A. H.Landauer promovierte zum Dr jur. Burschen-Examen bestanden Bundesbruder Oscar Conitzer und Bundesbruder Weber. V.J. St. Hatikwah, Leipzig. (Semesterbericht Winter 1921- 1922.) Gleich zu Beginn des Semesters machte sich ein Mangel an wirklich, aktiven Burschen geltend, so daß sich die Aussichten für den Verlauf des Semesters, namentlich in bezug auf ein reges Innenleben der Verbindung, als sehr trübe erwiesen. Diese Prognose fand denn auch, wie sich am Abschluß des Halbjahres feststellen ließ, voll und ganz ihre Bestätigung. Auch die nach den Weihnachtsferien vorgenommene Umchargierung (Bundesbruder Conitzer, der bis dahin das Amt des Erstchargierten inne hatte, dechargierte aus Examensgründen) brachte keine Änderung dieses Zustandes. Obgleich den Bundesbrüdern Gelegenheit gegeben war, auf Wanderungen, Leibfamilienabenden, gemeinsamem Mittags - tisch etc. den notwendigen Konnex herzustellen, können doch die Erfolge in dieser Hinsicht kaum befriedigend genannt werden. Als relativ gut kann demgegenüber nur der Zusammenhang zwischen den Füxen bezeichnet werden, was nicht zum wenigsten neben dem gut funktionierenden Kursbetrieb dazu beitrug, daß rückblickend die Gesamtleistung der Verbindung während dieses Semesters als positiv gekennzeichnet werden kann. War so, wie gesagt, die innere Verbundenheit zwischen den Füxen stärker als zwischen den Burschen — ganz zu schweigen von dem Fehlen eines erzieherischen Einflusses der älteren auf die jüngeren Bundesbrüder — so gilt dasselbe von der wissenschaftlichen Arbeit, die — von wenigen Ausnahmen abgesehen — eigentlich nur von Füxen in Kursen und Selbststudium geleistet wurde. Wie schon oft, wirkte auch die außerordentlich starke Inanspruchnahme der Inaktiven durch Außenarbeit, wie hoch diese auch vom allgemeinen zionistischen Standpunkt aus einzuschätzen ist, nicht gerade förderlich auf die Ausgestaltung eines regen Innenlebens. Im ganzen machte sich auch das Fehlen einer zionistischen Atmosphäre bemerkbar, deren dauernde Wahrnehmung dem Einzelnen das Bewußtsein vom Werte seiner Arbeit in der Verbindung wie im Zionismus vermittelt. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß sich die Mißerfolge in der Keilarbeit früherer Semester insofern geltend machen, daß wir für das kommende Semester unbedingt auf Überweisungen angewiesen sind. Personalia: In den A. 0. wurden recipiert: R. Brandus, W. Gerson, E.Hacker. — In den B. 0 wurde recipiert: M. Flesch. — Ausgetreten ist E. Puchs. — Der Rat zum Austritt wurde erteilt: H. A. Abramowitsch, L Goldberg, A. Chasin. — 0. Y. G. wurde F. Levy. — Verlobt hat sixsh Heinrich Wülfsohn. — Examen bestanden: F. Littauer, H. Wulfsohn, IL Karger, L. Conitzer. Ferienadresse: Ludwig Conitzer, Leipzig, Turnerstr. 9 Hans Fröhlich. VLJ. St. Hatikwah, Würzburg. (Berich t über das Winter- Semester 1921/22.) Unser Semester hat daran gekrankt, daß von 13 ortsanwesenden aktiven Burschen 9 vor dem Examen standen. Mit diesen geringen Kräften haben wir wenigstens die notwendigste innere Arbeit durchgeführt, was wiederum dadurch ersehwert war, daß auch sämtliche Inaktive vor dem Examen standen, so daß sich nur sehr, wenige Bundesbrüder als Kursleiter zur Verfügung stellen konnten.