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Der jüdische Student · 1922-03-01 · Heft 2 (März 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 2 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
[Seite] (sequence 52)
Language
German
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100 Berichte keine schwere. Grundsätzlich müssen wir uns darüber klar sein, daß alle Pläne immer nur die Funktion von Richtlinien, die den örtlicher* Verhältnissen angepaßt sind, nicht aber von bindenden Vorschriften haben. So kann z. B. ein Tendenzkurs, wie der von Rosenow, der sich nicht an den s. Zt. vom K. T. genehmigten Plan hält, trotzdem seine Aufgabe voll erfüllen. Auch die Verteilung des Gesamtlehrstoffes braucht nicht genau nach dem auszuarbeitenden Plan vorgenommen zu werden. All diese Pläne sollen Stützen für noch Unerfahrene sein und Erfahrungen durch ihre Durchführung vermitteln. Richard Marke 1. VI J. St. Ivria, Heidelberg (Semesterbericht.) Der Antrittskonvent besetzte die erste Charge mit Kurt H o 1 z e r. Es ist sehr bezeichnend für die Lage der Verbindung, daß die übrigen beiden Chargen unbesetzt bleiben mußten, da die Leute, die dafür in Frage kamen, keine Zeit hatten, und die Leute, die Zeit hatten, dafür nicht in Frage kamen. Sieht man sich unser Wochenprogramm als Außenstehender an, so muß man unbedingt zu der Ueberzeugung kommen, daß das Verbindungsleben durchaus rege und intensiv war, da es zahlreiche Veranstaltungen der mannigfachsten Art bietet und so imstande scheint, jeden Geschmack zu befriedigen. Dem war leider nicht so. Es ist da allerdings zu berücksichtigen, daß eine unverhältnismäßig große Anzahl von Bundesbrüdern durch Examensarbeit in Anspruch genommen war. Doch ist damit noch lange nicht der minimale Besuch unserer Veranstaltungen entschuldigt. Vielmehr litt das Verbindungsleben vor allem unter einem Umstand, über den die Heidelberger Verbindung seit ihrem Bestehen Semester für Semester zu klagen hat und der sich gerade in diesem Halbjahr in erschreckendem Ausmaße unangenehm bemerkbar machte. Seit langem hält sich hier eine größere Zahl von Bundesbrüdern teuf, die ihrer Veranlagung nach sich vollkommen fremd gegenüberstehen. In Semestern nun, in denen die Verbindung zahlenmäßig sehr stark ist, treten diese Gegensätze weniger offensichtlich in Erscheinung. Wenn aber — wie in diesem Semester — nur 20 Leute sich hier befinden, so muß es durch die enge Fühlung und verstärkte Reibungsmöglichkeit zu den unerquicklichsten Verhältnissen kommen. So litt denn gerade das verflossene Halbjahr wie kein anderes unter persönlichen Mißhelligkeiten und Stunks. Durch eine Reihe von Austritten scheint nun allerdings die Lage einigermaßen geklärt zu sein, und so dürfen wir hoffen, daß uns das kommende Semester bessere Erfolge bringt, vorausgesetzt, daß durch zweckentsprechende Ueberweisungen dem siechen Körper der Ivria neues Blut zugeführt wird. Für das Sommer Semester: Vorlesungsbeginn am Dienstag, den 25. April. Antrittskonvent am 24. April 8 h. s. t. Bundesbrüder, die im Sommersemester hierher zu kommen gedenken, und die von der Verbindung ein Zimmer besorgt haben möchten, können nur auf Erfüllung dieser Bitte rechnen, wenn sie dem Ferienchargierten rechtzeitig 300 M. einsenden. Dies geschieht mit Rücksieht darauf, daß die Ferienmiete im voraus bezahlt werden muß und die Verbindungskasse nicht in der Lage ist, irgendwelche Gelder vorzuschießen. Personal!a: A.B. Alfred Low wurde i. p. dimittiert. — A.B. Alfred Mark erhielt den Rat zum Austritt. — Fux Anton Schachter wurde als unbrauchbar abgegeben. — Wir lösten unser Verhältnis zu den 0. V. G. 0. Y. G. Desider Schächter und Samuel Muschat. — Ausgetreten sind: La. B. Walter Leopold, a. B. Karl Abenheimer, a. B. Fritz Stein, Fux Edgar Kaufmann. — Zum A. H. h. c. ernannt wurden die Herren Dr, Lesser, Mannheim und Leibowicz, Heidelberg. — I. a. B. Ernst Kaufmann und O. V. G. Ernst Bernhardwurden A. H. iert. — A. B Erich Fromm wurde inaktiviert. — A. H. Karl Hilb hat sich mit Fräulein Trudel Traub verlobt. Kurt Holzer. J V.J.St. Maccabaea-Königsberg. (Semesterbericht.) Wir schlössen das Wintersemester 1921/22 am 25. Februar 1922. In der Beurteilung des Semester müssen wir zwei Zeitabschnitte unterscheiden.

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