Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 2 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Forderung des K. J. V. 63 stehen! Wir werden wieder gesunde, jugendliche, begeisterte zionistische Menschen sein! Ich weiß bestimmt: diese Vorschläge sind keine leere Utopie. Wir hier in Heidelberg werden mit genau ausgearbeiteten praktischen Vorschlägen herausrücken, wenn das Kartell zustimmt. Wir erwarten fürs erste Zustimmungen der einzelnen Verbindungen an uns; der Kartelltag wird die endgültige Entscheidung fällen. All dies ist möglich; aber nur um den ungeschmälerten Preis: umwälzende Neugestaltung des K. J. V. Nur so ist ein Ganzes möglich. Denn bedenket: um einen neuen Geist handelt es sich und nicht um äußere Einzelforderungen! Die Forderung des K. J.V. I. Zionismus und Persönlichkeit. Von Moritz B i 1 e s k i - Berlin (V. J. St. Maccabaea, Ruder-V. J. St. Ivria- Berlin, A.H.) Die „herrschende Richtung" im Kartell wird angegriffen. Der Angriff wird auch von den Vertretern dieser Richtung begrüßt, denn er \ gibt Gelegenheit, ihre Forderungen noch einmal nachzuprüfen und, wie sie glauben, ihre Richtigkeit noch einmal nachzuweisen. Prüfung und Nachweis erscheinen notwendig, nicht, weil damit Gelegenheit zu einer interessanten Diskussion gegeben ist, sondern weil erst der Versuch, die neuen Forderungen im Leben des Kartells durchzuführen, ihre ganze Bedeutung gezeigt hat. Der Karteiltag wird zu prüfen haben, ob diese Forderungen als beuqeme, unernste Schlagworte gemeint waren, mit denen man „Stimmung" machen kann, oder ob sie dem zionistischen Geist des Kartells entsprechen und deswegen notwendig sind. Mein Aufsatz, der dieser Prüfung dienen soll, wird nicht auf alle Einzelheiten und nicht einmal aut alle Grundlagen der gegnerischen Argumentation eingehen. Er soll keine Anti-Kritik sein, die freilich in vielen Beziehungen, auch vom Standpunkt der Theorie des Zionismus aus, recht interessant wäre, sondern er soll eine positive, allerdings allgemein gehaltene Vorbereitung für einige wesentliche Fragen des Kartelltags sein und sich auf deren Rahmen beschränken. Auch in diesem Zusammenhange muß auf einige Meinungsverschiedenheiten über die Grundlage und den Zustand der zionistischen Anschauung eingegangen werden, aus welchen die Differenzen über die besonderen Kartellfragen zu erklären sind. Es ist zunächst eine Frage zu behandeln, die, wie man vielleicht mit einigem Recht sagen kann, eigentlich gar nicht in das Gebiet einer Diskussion unter Zionisten gehört. Einen der wesentlichen Punkte in Holdheims erstem Artikel bildet der Gegensatz der Forderungen Zionis-* mus—Persönlichkeit, in welchem die Ansprüche der Persönlichkeit stärker, und für den Einzelnen, der sein Schicksal zu gestalten suche, wesentlicher seien. Dieser Gedanke tritt in Holdheims zweitem Artikel sehr zurück, aber der Aufsatz von Franz Mayer im vorliegenden. Heft enthält eine konsequente Durchführung, aus der praktische Folgerungen gezogen werden, so daß es notwendig erscheint, auch hierauf einzugehen. Mayer will, wie Holdheim in seinem ersten Artikel, „die Notwendigkeiten des einzelnen Menschen über die Notwendigkeiten des Zionismus stellen". Aut dieser Grundlage scheint mir, wie ich schon andeutete, eine Diskussion über die Richtung, die ein zionistischer Verband zu nehmen hat, eigentlich gar nicht niöglich. Denn es handelt sieh hier um keine innerzionistische Diskussion, mit den Möglichkeiten der Verständigung, welche die gemeinsame zionistische Anschauung bieten würde; es handelt sich um eine Diskussion, die vor dem Zionismus, vielleicht auf dem Wege zum Zionismus, liegt, die aber noch immer mit einer abgrundtiefen