Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 19 (1922)
- Issue
- Heft 2 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Arbeit des Karteiis in der zionistischen Organisation. 51 Tätigkeit in der Organisation grundsätzlich erst von denen betrieben werden soll, die ganz fest mit der Verbindung und dem K. J. V. verwurzelt sind. Es ist in jeder Beziehung eine Unmöglichkeit, etwa Füxe mit verantwortungsvoller zionistischer Außenarbeit zu betrauen. Die Aufgabe einer zionistischen Arbeitsstelle wird also gerade darin bestehen müssen, Menschen herauszufinden, die von uns bedenkenlos für zionistische Arbeit verwendet werden dürfen. Der Leiter einer solchen Arbeitsstelle muß ein älterer zionistisch erfahrener und gewandter Bbr. sein. Er muß selbst mitten in der zionistischen Arbeit des betreffenden Ortes stehen, er muß vertraut sein mit den Einzelheiten und den Notwendigkeiten der zionistischen Arbeit und muß beurteilen können, welchen Wert eine geforderte zionistische Tätigkeit haben kann. Es ist von uns wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, daß für solche Tätigkeit im wesentlichen ältere Burschen und Inaktive in Betracht kommen. Außer diesen Einzeltätigkeiten wird es bisweilen notwendig sein, daß die Verbindungen Kollektivleistungen erledigen. Im übrigen wird man nach lokalen Verhältnissen verschieden arbeiten müssen, wobei aber immer Grundsatz bleibt, daß die Konsolidierung und die Einheit der Verbindung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Im einzelnen wird sich die Tätigkeit danach richten, mit welchen Menschen wir zu rechnen haben und welche Aufgaben an dem betreffenden Orte besonders dringend sind. In diesem Zusammenhange ein Wort zur Jugendarbeit: Wir müssen feststellen, daß im heutigen K. J. V. eine ungeklärte Stellung gegenüber diesem für uns so wesentlichen Faktor besteht. Von einer wirklich von uns geleisteten Jugendarbeit kann keine Rede sein. Hier und da arbeiten einige K. J. V. er im Blauweiß, in der Turnerschaft oder in der neutralen Jugendbewegung. Uns wird im wesentlichen unser Verhältnis zum B 1 a u w e i ß interessieren. In der Provinz existiert keine eigentliche Frage in dieser Beziehung. Dagegen haben sich die Verhältnisse in Berlin und Breslau so entwickelt, daß man von einer Auseinanderentwicklung reden kann. Es führte zu weit, die Gründe darzulegen. Nur unsere heutige Stellung sei gesagt. Das K. J. V. und jede Verbindung braucht heute jeden Menschen und zehnfach jeden, der „Führerqualitäten" hat. Aber das ist meine innerste Ueberzeugung, daß nur ein von solchen Menschen geführtes K. J. V. Jugend in seine Reihen zwingt. Wir müssen sehr ruhig und mit Liebe und Verständnis heute abwartend der Entwicklung gegenüber bleiben. Niemals darf unser betontes K. J. V. ertum zu einer agressiven Haltung gegenüber dem Blau-Weiß werden. Andererseits schaden wir uns und dem Blau-Weiß, wenn wir nicht ganz bewußt zur Zeit unseren eigenen Weg gehen. Auch daß unsere Entwicklung nicht allein von uns abhängt, sei deutlich gesagt. Im übrigen wird man . sich später ausführlicher damit beschäftigen müssen. Wie verschieden diese Tätigkeit der Z. A. noch im Kartell aufgefaßt wird, könnte ich daran zeigen, in wie verschiedener Weise an den verschiedenen Orten die Arbeit aufgenommen wird. Wir werden also im allgemeinen erst dann von einer wirklichen Tätigkeit einer zionistischen Arbeitsstelle reden können, wenn die Verbindung als solche arbeitsfähig geworden ist, d. h. wenn es gelingt, auf Grund der Erziehung soviel Menschen herauszuziehen, die imstande sind, zionistische Außenarbeit zu leisten. Man sieht also sehr deutlich, wie sehr diese Tätigkeit davon abhängen wird, wie die erzieherischen Erfolge im Kartell sein werden. Ebenso werden erst Verbindungen, die im Innern gefestigt sind, den weiteren Schritt machen können, den etwa heute schon Karlsruhe begonnen hat. Hier hat man erkannt, daß man nicht nur verantwortlich für die zionistische Arbeit an dem betreffenden Orte ist, sondern sich auch um die weitere Umgebung zu kümmern hat. Man wird überhaupt erkennen müssen, daß unsere Verbindungsorte zionistische Positionen in Deutsch-