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Der jüdische Student · 1922-01-01 · Heft 1 (Januar 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 1 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Zum Jubiläum des K. C. 31 nichts vergessen worden ist. Ein weiteres Dokument für diese Tatsache bildet die Jubiläumsnummer der K. C.-Blätter. Für diejenigen, die unter uns es noch nicht wissen sollten: Im Herbst 1921 feierte der K.C. ein dreifaches Fest! 35 Jahre Viadrina, 25 Jahre K. C, 20 Jahre Thuringia! Bei dieser Gelegenheit ist eine Jubiläumsnummer der K. C.-Blätter erschienen, die mir der Beachtung wert scheint; sie gibt uns ein deutliches Bild des K. C.-Geistes und K. C.-Lebens und enthält auch an einigen Stellen Auseinandersetzungen mit unserer Tendenz, die mir der Richtigstellung bedürftig erscheinen. Ich habe mich bemüht, außer dem rein negativen Abwehrprogramm gegenüber den Antisemiten, irgend etwas Positives in den Darstellungen des Verhältnisses des K. C. zum Judentum zu finden. Herr Dr. Felix Goldmann (Thuringiae, Saxobavariae) gibt einige dieser positiven Aufgaben des K. C. an. „Wenn so gewiß das Judentum Voraussetzung für den K. C.er ist, so darf nicht verkannt werden, daß es nur zu oft wenig mehr als ein Bekenntnis darstellt.. Damit erwächst den Verbindungen die Pflicht der jüdischen Erziehung. Ihr Ziel ist aber lediglich die Kenntnis des Judentums und die Anregung, durch eigene Vertiefung das Wissen vom Judentum zu mehren." Inwieweit dies tatsächlich im K. C. der Fall ist, was immer ganz begrüßenswert wäre, vermag ich nicht festzustellen. Auch inwieweit das einzig „positive Judentum" gestaltend auf das Leben des K. C. wirkt. „Positives Judentum ist einzig und allein die jüdische Religion, und das nationale Judentum ist lediglich von relativem Werte. Sabald daher das religiöse Programm ausscheidet, ist auch das wirklich jüdisch Positive unmöglich." Ich würde mich mit dieser Idee des „positiven Judentums", welches angeblich durch die Religion des Judentums allein dargestellt werden soll, ernsthaft auseinandersetzen, wenn ich sehen würde, daß diese Idee in irgendeiner Weise entscheidend in das Leben derjenigen, die sich.zu ihr bekennen, eingreifen würde. Ideen sind heute billig; sie verdienen nur ernsthafte Berücksichtigung, insofern sie das Leben zu formen, zu gestalten vermögen. Ich denke z. B. an das gesetzestreue Judentum, hier greift die Idee der Treue zur Thora bei ihren ernsthaften Anhängern tief ins Leben ein, jeden Augenblick Pflichten verlangend, solch eine Idee verdient eine ernsthafte Prüfung. Anders erscheint mir das „positive Judentum" des K. C. Um darzustellen, inwieweit dieses gestaltend in das Leben des K. C. eingreift, will ich einige Proben aus den K. C.-Blättern anführen. Möglich, daß mir der Sinn für die positiven Werte des Judentums, für das „Absolute", im Verhältnis zu welchem unsere nationale Bewegung nur relativen Wert hat, vorläufig noch fehlt. Hier einige Illustrationen des „positiven Judentums" des K. C. : IL „Ja, es waren wirklich „kesse Kerle", die oft im Biereifer den Empfindungen ihre rauhe und wenig herzhafte Kehrseite zeigten, wo sie auf andere Weise keine Gegenliebe zu finden vermuteten. . . . Allmählich jedoch verfeinerten sich die Sitten, und der Farbenstudent trank nur „Echtes" im Augustiner bei der Czenzi oder Resel aus Ober Schlesien und der „himmlische oder englische" Gruß: Pfüet Gott, Herr Doktor, war schon 15 Pfennige wert!" III. „Die Mensuren-, Schläger- und Säbelpartien konnten sich sehen lassen.

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