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Der jüdische Student · 1922-01-01 · Heft 1 (Januar 1922) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
19 (1922)
Issue
Heft 1 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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15 Jahne Maccabaea 29 15 Jahre Maccabaea. Die V.J-St. Maccabaea-Berlin hat vor kurzem ihr 3Gsemestriges Stiftungsfest gefeiert. Mit ihrer Gründung begann di« für die Karteilgeschichte bedeutsame Zeit der Tendeuzkämpfe, die Zeit der zionistischen und immer stärkeren nationalen Entwicklung des V.J. St. In dieser Zeit schrieb Felix Rosenblüth einen Aufsatz „Zionistische Sorgen und Gedanken", dem die folgende Stelle entnommen ist. Der Aufsatz bespricht in seinem ersten Teil kritisch die im Kartell herrschende Unklarheit der Tendenz, die zionistische Schwäche, die eine zionistische Interpretation der Y.J St.er-Arneit notwendig mache und zeigt, daß der "Wortlaut der Statuten der Betonung des zionistischen Geistes nicht entgegenstehen könne. Betrachtet man den Sinn des V. J. St.ertums so sub specie zionistica, so ergibt sich als wichtigste Folgerung, daß an allen Orten die notwendige Forderung wiederhergestellt werde, die Erziehung zum V.J.St. auf zionistische Grundlagen zu fundieren. Auch hier muß ich wohl wieder hervorheben, daß ich nicht an eine Zwangserziehung denke. Daß eine, wenn auch noch so vernünftige Erziehung eine Vergewaltigung der Individualität und Denkfreiheit bedeute, ist eine pädagogische Theorie, die wohl heute kaum noch Vertreter hat, und die jedenfalls dem? Wesen der Korporation direkt entgegenläuft. Auch das Wesen unserer Organisation ist Erziehung, nicht Diskussion. Diese Auffassung hängt eng mit dem zusammen, was in dem ersten Teile des Aufsatzes über Sinn und Bedeutung des V.J.St. gesagt wurde. Erziehung setzt Ziel und Zweck voraus. Wer sagt, daß unser Gedanke nur den gemeinsamen Ausgangspunkt bilde für divergierende Geistesrichtungen (bewußtes Judentum), der kann vielleicht wissenschaftlichen Fuxenunterricht erteilen, aber er kann nicht erziehen im Sinne des B. J. C, denn er kennt nicht die Endabsicht und den Schlußpunkt seiner Willensrichtung. So mag er sich an dem Resultate freuen, „daß die verschiedenartigsten Ideen die Köpfe unserer Bbr. Bbr. beherrschen", ihm ist der V.J.St. ein Diskutierktub über die diversen Theorien für die Lösung der Judenfrage. Ihm mögen auch als die höch^ sten Manifestationen des vielfältig differenzierten V. J. Stergeistes jene an unsere „wissenschaftlichen" Vorträge anschließenden unreifen und unwissenschaftlichen Diskussionen erscheinen, die in Wahrheit, absolut genommen, meist unerträglich sind und nur in ihrer Bestimmung als Mittel einer zielbewußten, planmäßigen und vereinheitlichenden Erziehung ihre Rechtfertigung finden. Wer aber in der Bestimmung des V.J.St. den geschlossenen Willen spürt, wer das vorausgesetzte Ziel sieht, der wird vor allem eine Erziehung wollen, die von gewissen gemeinsamen Voraussetzungen ausgehend (bewußtes Judentum), diese zueinander tendierenden seelischen Kräfte zu gemeinschaftlichem Fühlen und Wollen und Handeln zusammenschmiedet. Dieses Ziel der Erziehung ist der Zionismus. — Und hier allerdings werden die Zionisten ihr Ubergewicht im B. J. C. zur Geltung bringen müssen. Denn über die Frage, welche Art der Erziehung als die zweckmäßigste anzusehen ist, entscheidet in einer demokratisch organisierten Gemeinschaft die Majorität. Damit stempelt man den B. J. C. nicht zu einer „zionistischen Kadettenanstalt* wie geschrieben wurde. Denn eine Uniformierung des Zionismus ist unmöglich durch seine seelische und intellektuelle Tiefe und Weite, ja, in ihm ist die einzige Möglichkeit begründet für die Entfaltung einer echten jüdischen Individualität. Wenigstens für die V. J. St.er! Dieses, daß die Grund Stimmung unserer Arbeit, der bewußte zionistische Wille, geschützt werden muß, will dieser Aufsatz all denen

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