Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 6 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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268 Vom Präsidium Vom Präsidium. Besuche der Verbindungen durch Mitglieder des Präsidiums. In den Wochen seit Beginn des W.-S. wurde die Mehrzahl der Verbindungen durch Mitglieder des Präsidiums besucht. Es waren Bileski in Frankfurt a. M., Würzburg und München, Leo Rosenblüth in Göttingen, Hannover, Köln, Bonn, Heidelberg, Freiburg, Karlsruhe, Friedberg und Gießen, Bileski und Löwenstein in Hamburg, Stein in Leipzig (das schon vorher den Besuch mehrerer Bundesbrüder vom Ruder-V. J. St. erhalten hatte). Breslau wird noch in der ersten Hälfte des Dezember besucht werden. Die Reisen gaben dem Präsidium die erwünschte Gelegenheit, sich durch unmittelbare Eindrücke vom Zustand und der Entwicklung de& Kartells zu überzeugen; sie verstärkten auch den Kontakt der einzelnen Verbindungen mit der Gesamtheit des Kartells. Über einige Erscheinungen von allgemeiner Bedeutung sei hier berichtet. An manchen Orten fehlt vielen Bundesbrüdern noch eine klare Vorstellung über die Stellung des einzelnen Bundesbruders innerhalb der Verbindung. Unsicherheit der Anschauungen über das K. J. V. und seine Methoden, unregelmäßige und unpünktliche Beteiligung an den Veranstaltungen bewirken, daß zahlreiche Bundesbrüder nur an der Peripherie des Verbindungslebens stehen. Ihnen fehlt der Wille, seine zentrale Bedeutung für den einzelnen Bundesbruder anzuerkennen. Auch an den Orten, wo Zustände solcher Art heute noch von Bedeutung sind, gibt es jedoch einen Stamm von Bundesbrüdern, die wissen, daß feste Einfügung des Einzelnen in die Verbindung die Grundlage eines Verbindungslebens bildet (und auch allein die Möglichkeit für eine fruchtbare Kritik bietet). Diese Bundesbrüder haben überall die Führung in den Verbindungen und sind entschlossen, ihre Auffassungen durchzusetzen. In zahlreichen Verbindungen ist auch schon ein fester, den Einzelnen wirksam erfassender Zusammenschluß der Bundesbrüder zu finden, der die Grundlage für ein Eigenleben der Verbindung und für enge Beziehungen mit dem Kartell bildet. Die Frage der Formen des Verbindungslebens ist noch nicht gelöst, scheint aber mit der stärkeren Festigung der Verbindungen einer Lösung näher zu kommen, die sich nicht aus mechanischen Anweisungen, sondern unwillkürlich aus dem Leben der Verbindungen ergibt. Sie ist übrigens nirgends mehr Gegenstand eines grundsätzlichen Streites. Der Gedanke der Werbearbeit ist überall anerkannt. Viele Verbindungen gehen heute dazu über, bei der Aufnahme eine vorsichtige Auswahl zu treffen. Der Prozentsatz an Zionisten und Nichtreichsdeutschen scheint stärker als früher zu sein, aber auch die Arbeit des Kartells in nichtzionistischen Kreisen macht sich deutlich bemerkbar. Es wird noch festzustellen sein, ob sie vielleicht wieder einer stärkeren Anregung bedarf. Bei den Überweisungen ist der vorher festgelegte Plan mit ganz geringen Ausnahmen vollständig durchgeführt worden. Das fntere s? für Hebräisch hat zweifellos zugenommen. Die Ausbildung der Bundesbrüder wird vielfach durch die ungenügenden Unterrichtsmöglichkeiten erschwert. Es fehlen auch vielfach Menschen, die durch die Art ihrer zionistischen Persönlichkeit den jungen Bundesbrüdern die Notwendigkeit des Hebräischlernens eindrucksvoll vor Augen führea könnten. Die Mängel an zionistischem Wissen sind noch in starkem maße vorhanden. Wenn sich auch im Unterricht eine größere Systematik und Einheitlichkeit allmählich durchzusetzen scheint, so ist doch der Nachwuchs an Bun4^3brüdern3 die als Träger. und Vermittler zionisüscher Bildung angesehen' w^erden;könrj^ sejiKngering.v>