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Der jüdische Student · 1921-11-01 · Heft 6 (November 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 6 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Die Krankheit des Kartells 259 Wenn wir erst einmal den Menschen der Jugendbewegung die Möglichkeit geben werden, sich bei uns wohl zu fühlen, dann werden wir auch Anreiz genug haben, sie an uns zu ziehen; denn wir haben ihnen manches zu geben, was der Jugendbewegung fehlt, fehlen muß, weil sie dort ihre Grenzen hat, — was ich schlagwortartig als „Versachlichung" bezeichnen will. Ich möchte der Auseinandersetzung mit dem Blau- Weiß nicht vorgreifen; deshalb sei hier nur soviel über ihn gesagt, als unbedingt hierher gehört: Es gibt im Blau-Weiß unabhängig von seinen Erfolgen in der Berufsumschichtung, deren vollgültiger Beweis freilich noch aussteht, aber keineswegs bestritten werden soll, eine sogenannte *„ Alt-Wander er "-Frage. Außerdem ist das Führerproblem, obwohl der Blau-Weiß alle geeigneten Leute bei sich behält, noch nicht als vollkommen gelöst zu betrachten: es fehlt an Führern. Das K. J. V. wäre beide Fragen zu lösen imstande. Aber abgesehen vom Blau-Weiß gibt es große Möglichkeiten der Bildung von Jugendorganisationen auf der Grundlage des reinen Sports (Leichtathletik) nach Art der Jung-Ivria. Auch die Turnerschaft dürfte vielleicht endlich ein Einsehen haben und die für sie undankbare, weil unter falschen Voraussetzungen betriebene Jugendarbeit uns überlassen. Es ist bezeichnend, daß diese hier theoretisch begründeten Sachen, bei uns im R. V.J. St. seit Jahr und Tag verwirklicht sind. Jung-Ivria und R. V. J. St. stehen in dem Verhältnis, wie ich es für das K. J. V. und die jüdische Jugendbewegung im allgemeinen vorschlug. Die Erfolge des R. V. J. St. (auch in zionistischer Hinsicht) bilden die beste Widerlegung von Holdheims Behauptung der Existenzunmöglichkeit des K. J. V. Solcher Verbindungen könnten wir mehr haben, nicht nur auf der Grundlage des Ruderns, sondern auch auf der des Wanderns und vor allem auf der der Leichtathletik. Der Differenzierung sind keine Schranken gesetzt. In manchen Verbindungen wird sich vielleicht eine Bevorzugung des Wanderns gegenüber dem reinen Sport herausstellen; sollte sich dort auch in erzieherischer Hinsicht eine besondere Ähnlichkeit mit dem Blau-Weiß entwickeln, so dürften ihre Aufgaben vorgezeichnet sein. Den Sportverbindungen wird es wohl nach wie vor überlassen bleiben, Jugendorganisationen auf sportlicher Grundlage ins Leben zu rufen. Vieles wäre noch zu sagen, Theoretisches und Praktisches. Das meiste ist noch nicht ausgeführt oder kaum gestreift. Es wird darüber noch zu sprechen sein. Ich glaube, es ist die beste Antwort auf Holdheims Artikel, Vorschläge zu machen und diese zu diskutieren, anstatt zu versuchen, den Nachweis zu erbringen, daß Holdheims Theorien oder Voraussetzungen falsch sind. Die Krankheit des Kartells. Von Karl Karger (V. J. St. Hatikwah-Leipzig a. B.). Auch wer nicht auf Holdheims Standpunkt steht, oder doch wenigstens l die von ihm prophezeiten Konsequenzen ablehnt, wird sich über seinen Artikel gefreut haben, denn er war eine Fanfare, die alle diejenigen aufrüttelt, die da glauben, daß mit all dem1, was in den Jahren seit dem Kriege geschaffen wurde, die Existenz unserer Gemeinschaft unbedingt sichergestellt sei. Ich will vor altem auf die praktische Seite des von Holdheim angeschnittenen Problems eingehen, weil ich der Meinung bin, daß uns

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