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Der jüdische Student · 1921-11-01 · Heft 6 (November 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 6 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Zur Diagnose 249 Behalten wir dies im Auge, so scheint das Problem sich gänzlich 2xx verschieben. Ich gestatte mir, offen und ehrlich zu sagen, was ich über den Artikel von Holdheim denke. Ich kenne Holdheim nicht, kenne nicht seine zionistische und K. J. V.er-Arbeit. Ich vermisse aber gänzlich im Artikel das Verständnis für die neue junge K. J. V.er-Generation und für die gegenwärtigen Erziehungsaufgaben des Kartells. Dazu nur einige Worte. Das K. J. V. hat in seiner Mitte Leute, die eine Abstufung ihres zionistischen Wertes, von 10—100% sind. Die 100%igen sind zurzeit in Palästina, die 10%igen sind sehr selten. Das Kartell hat aber eine große Anzahl Leute, die 70—80—90% Zionisten sind, Menschen von großem Wert, weil sie uns unsere Stellung in der Diaspora erkämpfen, technische und menschliche Mittel gewinnen, die dem Aufbau wertvoll und notwendig sind. Die Erziehungsaufgabe des Kartells in der Gegenwart besteht eben darin, die Bundesbrüder zu den möglichst wertvollsten dieser Wertgradation zu erziehen, deren Höhepunkt ein K J. V.er-Chaluz ist. Wenn die meisten der Bundesbrüder nicht 100%- Zionisten sind, so ist es eben die Aufgabe des Kartells, sie zu erziehen, das Größte, das Maximale ihrer zionistischen Fähigkeit in den Dienst der allgemeinen Sache zu stellen. Unsere Erziehungsaufgabe ist eine Produktivierungsaufgäbe. Und wenn das Kartell solche Leute erzieht, so ist schon damit seine Existenzberechtigung unbestreitbar! Wir, die zu der neuen Generation gehören, die noch die große Liebe zum Kartell empfinden, die wirklich noch K.J.V.er im wahrsten Sinne des Wortes sein wollen, haben das Recht, unsere Meinung in dieser Sache zu sagen. Wir meinen, daß die Alten wirklich alt geworden sind, wenn sie die Meinung von Holdheim teilen. Wir Jungen, noch voller Hoffnung, Lust zur Arbeit, Liebe zum Kartell, denken anders. Wir sind überzeugt, daß das K. J. V. auf die junge aufkommende. Generation vertrauen kann, daß auch wir unsere Pflicht nicht schlechter als die Alten erfüllen werden. Die Meinung der Jungen ist, daß wir jetzt vor einer neuen Blütezeit des Kartells stehen. Und das erlösende Wort ist — die Arbeit. Zur Diagnose. Von Bruno Perl (V. J. St. Maccabaea-Berlin und Ruder-V. J. St. A. H.). Holdheim und Erich Cohn stimmen zwar in ihrer Kartelldiagnose überein, nicht aber in der Frage, welche Resonanz im J.St. zu erwarten sei. Während Holdheim nämlich den heimlich gewünschten Nachweis, daß er eine Fehldiagnose geliefert hat, „nicht durch das Wort — (das ist sehr billig) —, sondern durch die Tat" erbracht wissen will, möchte Erich Cohn den älteren K. J. V.ern das Wort zur Erwiderung abschneiden und sich nur durch Protestartikel Jüngerer überzeugen lassen. Wie soll ich es da als älterer K. J. V.er, der allerdings fast aktiv im Ruder-V. J. St. mitlebt, beiden recht machen? Ich muß mich wohl jedenfalls beschränken

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