Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 6 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Unsere Aufgabm und unser Weg Sprache verwurzeln uns wieder im Boden unseres Volkstums, stellen uns als Glieder ein in die Kette der Generationen. So wird das Schicksal unseres Volkes unser Schicksal und es erwacht in uns die tiefe Sehnsucht, unserem Volke ein neues, unserer großen Vergangenheit würdiges Leben in Erez Israel zu erkämpfen. In diesem Sinne gleichgerichtete Menschen schließen sich aus innerer und äußerer Notwendigkeit eng zusammen und von ihnen geht eine starke gegenseitige und auch ihre Umgebung ergreifende erzieherische Wirkung aus. Soll die Verbindung also in diesem Sinne Erziehungsgemeinschaft sein, so wird sie nur die Menschen aufnehmen dürfen, die zu dem Glauben berechtigen, daß sie die gezeichnete Entwicklung nehmen werden. Wir wissen, daß selbst bei scharfer Auslese, stets nur ein Teil das Ziel erreichen wird. Für diese aber ist das K. J. V. da und sie, nicht die Zurückbleibenden werden den Weg des K. J. V. bestimmen. Unsere Aufgaben und unser Weg. Von Boris S i 1 b e r t (V. J. St. Kadimah-Hamburg a. B.). Der Artikel von Holdheim hat seine sehr wichtige Aufgabe erfüllt. Er hat versucht, in einigen Worten die psychologischen und gesellschaftlichen Bedingungen zu beleuchten, die im Kartell seit dem Krieg eine Krisenstimmung hervorgerufen haben. Zum Bedauern ist die ganze Problemstellung sowie die theoretischen und praktischen Konsequenzen so weit von der Wirklichkeit entfernt, daß eine Erwiderung seitens der Bundesbrüder unbedingt notwendig erscheint. Insbesondere wäre es sehr wichtig, die Meinung der neuen Generation, die nach dem Krieg im K. J. V, gelebt und gearbeitet hat,, die in seiner Mitte die Befriedigung ihrer sozialen und jüdischen Gefühle gefunden hat, zu erfahren. Ich persönlich gehöre dieser Generation an, bin in meinem ersten Semester ins K. J. V. gekommen und lebe jetzt schon drei Semester in einer Verbindung, die alle Krisenzustande der Zeit tief empfunden hat. Ich gebe mir deswegen das Recht, in meinem Namen, und im Namen vieler anderer, die existieren, aber übersehen werden, zu sprechen. Einige Worte zur theoretischen Frage. Ich denke mir, daß die zionistische Idee, als eine große Volksbewegung, nicht von den einzelnen geschichtlichen Ereignissen abhängt^ auch wenn sie so weltumwälzend sind wie die von San Remo. Und ein guter, ehrlicher Zionist (und ein K. J. V.er soll doch ein guter, ehrlicher Zionist sein) mußte sich schon vor dem Krieg dieselben Forderungen stellen wie jetzt. Ein ketzerischer Gedanke — ist wirklich der K. J. V.er vor dem Krieg ein vollwertiger Zionist gewesen? Es ist überhaupt noch eine große Frage, ob ein K. J. V.er, der aus ökonomischen oder sozialen Gründen nicht nach Palästina gehen kann* der aber hier in der Diaspora eine große politische oder soziale Arbeit leistet (z. B. Berufsberatung, Keren-Hajessod, N.-F., Volksheime), nicht nur absolut, sondern auch relativ höher steht als der vor dem Kriege. Der K. J. V.er war auch früher ein guter Jude und Zionist, aber die Äußerlichkeiten, wie Mensuren usw., haben viel Zeit und Kraft in Anspruch genommen. :'. Wenn wir aber doch den K. J. V.er vor dem Krieg als lÖO ö/o7Zionist b^jLChnen werden^wiegroß Jst dann der zionistische! W wärttgeh. - ";:... -.'v:-i.; - ~." .'V''.;-.-' ': ':' '■ /" -■ " ■-■■;J,,:;" " " " '" "