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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 47)
Language
German
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Bericht des Präsidiums 231 unsere Keilerfolge erzielt worden, die sich natürlich immer erst eine gewisse Zeit später geltend machen. Aber in dem letzten Sommersemester ist deutlich ein Rückgang in der Keilarbeit zu bemerken gewesen. Beweis hierfür ist die Tatsache, daß die Zahl* der Zionisten unter den neuen Füxen im Verhältnis zu den Nichtzionisten sehr hoch ist. Wir haben also gerade einen Teil der nichtzionistischen Keilfüxe, um die wir besonders hätten kämpfen müssen, nicht bekommen! Dieser Kampf um die der Assimilation verfallende .Jugend ist eine unserer vornehmsten Aufgaben; ihn mit aller Energie und im weitesten Umfange durchzuführen, i s t e i ne der ersten Pflichten gegenüber unserem Zionismus. Wir brauchen Menschen — überall! Jeder Einzelne von euch muß diese Forderung fühlen und danach handeln!^ Arthur Stein. Anm.) Anmerkung: Soeben sehe ich den Artikel von Bundesbruder Flesch. Die auf die Spitze getriebene Art der Ausdrucksweise und seine Übertreibung — man beachte z. B. die summarische Beurteilung der Neueintretenden — können nicht verhindern, festzustellen, daß die Kritik im Prinzip berechtigt ist. Nur liegt der Fehler kaum im Keilsystem — auch Flesch zeigt keinen neuen Weg — sondern in den mangelhaften Erziehungsresultaten bei den bereits vorhandenen Mitgliedern. Ich habe diese Dinge gerade in meinem Bericht gestreift, sie würden ein näheres Eingehen verlohnen, ihre Behandlung sollte allgemeines Interesse erwecken. D. O. Bericht des Präsidiums. Wenn wir über die Arbeit des Kartells in cfiesem Jahre berichten, so können wir zunächst zusammenfassend bemerken, daß die Forderungen, welche der Leipziger Kartelltag aufgestellt hat, zu einem erheblichen Teil nicht erfüllt worden sind, daß aber das Kartell sich aus der krisenhaften Stimmung und der völligen Stagnation, in welcher es sich befunden hat, herausentwickelt und erheblich gefestigt hat. Wir glauben, daß auf verschiedene5]! Gebieten bedeutende Besserungen eingetreten sind, und daß man im allgemeinen weniger pessimistisch sein kann, als es sich bei den noch unerfüllten Forderungen zum Teil um. Gebiete handelt, bei denen ihrer Natur nach eine Besserung nicht sofort, sondern erst nach langer mühevoller Arbeit eintreten kann (man denke z. B. an die Arbeit des Berufsressorts). Diese Feststellung macht allerdings keineswegs den Hinweis überflüssig, daß das K. J. V. noch immer mit den K. J. V.ern keineswegs zufrieden sein kann. Es ist zweifellos, daß das Kartell wieder ein Faktor in der zionistischen Bewegung Deutschlands, und zwar ein erheblicher Faktor geworden ist. Die Arbeiten der zionistischen .Organisation ruhen an denfl^elen Orten zum großen Teil, wenn nicht ganz auf den Schultern der K. J.'V.er und — was das wesentlichste an der neuen "Entwicklung ist — die Arbeiten und gerade die technischen und organisatorischen Arbeiten werden zum großen Teil wieder von den Aktiven und den Verbindungen durchgeführt. In diesem Zusammenhange kann man sagen, daß die Einführung der zionistischen Arbeitsstellen recht anregend und wirkungsvoll eingesetzt hat, wenn auch gerade der Punkt, der uns die Hauptsache schien, nämlich die zionistische Dienstpflicht bisher noch nicht durchgesetzt worden ist. . Bei den Arbeiten des Berufsressorts hat es sich gezeigt, daß gerade diese Arbeiten sich nicht so sehr von einem Zentralpunkt organisatorisch durchführen lassen, als vielmehr durch persönliche Einwirkung auf die Einzelnen und ihre Erziehung. Auf diese Weise sind dann auch einzelne Erfolge erzielt worden.

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