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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 46)
Language
German
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230 Keilbericht für das Sommersemester 1921 Heidelberg, Freiburg überhaupt keine Leute, in Breslau und Frankfurt je 4, in Bonn 5 neue Leute bekommen. Die Berliner Zahl ist mir: unbekannt geblieben. Das Ergebnis des B. Z. K. in Bonn ist nur äußerlich gut; in Wirklichkeit handelt es sich um Neuaufnahmen, die wir z. T. abgelehnt haben, z. T. sind die Neuauf genommenen wieder ausgetreten. Im übrigen sind die Ergebnisse des B. Z. K., wenn man bedenkt, daß heute jede beliebige Verbindung, die sich (in einer Großstadt bildet, eine bestimmte Anzahl von Füxen auf jeden Fall bekommt, erstaunlich gering, besonders wenn man berücksichtigt, daß der B. Z. K. in Breslau wahrscheinlich .mindestens "40—50 Leute hat. Es erweist sich immer mehr, daß die Aufrechterhaltung eines Kartells zur Gewinnung von etwa 15—2 0 Leuten pro Semester einen ganz lächerlichen Aufwand an Geld und Menschenkräften darstellt Und daß die Behauptung der früheren K. J. V.e r , man wäre bei uns an d e D u r c h f ü h r u n g einer wirkungsvollen Propaganda verhindert und müsse zu diesem Zweck ein neues Instrument schaffen, eine.leere Phrase war.* — Im übrigen haben auch wir keine Veranlassung, mit uns zufrieden zu sein. Schlimm ist, daß in unserer Aktivitas noch immer der Glaube herrscht, es handle sich bei der Keilarbeit um eine persönliche Manie von mir mit dem Ziel, die Mitgliederzahl des K. J. V. hochzutreiben. Es muß den Bbr. Bbr.'n endlich einmal klar werden, daß/ dieFrage derKeilarbeit. eine Existenzfrage nicht nur für das K. J. V., sondern für die ganze zionistische Bewegung bedeutet. Schon heute stockt die Arbeit überall, weil sich nirgends neue Kräfte zeigen, die den alten Kräften die Arbeit und die -Ämter abnehmen, die kleine Zahl von tätigen Zionisten muß zu allen alten Ämtern immer weitere neue Ämter auf sich laden. Noch heute ist nirgends eine Generation herangewachsen, der ' man Hilfskräfte entnehmen könnte. Leidet die Arbeit schon jetzt unter diesen z. T. durch den Krieg verursachten Verhältnissen auf das allerschlimmste, so läßt sich absehen, daß in kurzer Zeit ein Zustand eintreten wird, in dem infolge Überlastung der alten Kräfte die gesamte Arbeit einfach zusammenbrechen wird, wenn wir nicht durch Hinzuströmen neuer, auch zahlenmäßig ausreichender Kräfte neue Impulse erhalten. Erfahrungsgemäß werden aber neue, geschulte Kräfte nur dürch das K. J. V. gewonnen. Diese Gedankengänge sollte sich jeder K. J. V.er vor Augen halten. Der sinnlose Kampf gegen die Propagandaarbeit, den der Blau-Weiß und z. T. auch unsere jüngere Generation im Krieg und nachher geführt haben, trägt heute seine Früchte. Wir haben bereits Orte, in denen wir überhaupt keine Leute mehr bekommen, weil die Jungens alle bei den „Kameraden" organisiert sind und weil vor Jahren der Blau-Weiß es ablehnte, oder versäumte, alle überhaupt brauchbaren Kräfte an sich heranzuziehen. Wir haben Vor allen Dingen Orte, an denen wir aus diesen Gründen überhaupt keine Leute aus den liberalen assimilierten Kreisen bekommen; andrerseits muß festgestellt werden, daß aus hier nicht zu erörternden Gründen die Leute, die für unsere Arbeiten besonders brauchbar sind, im' allgemeinen gerade aus diesen Kreisen stammen. So sehr es zu begrüßen ist, wenn wir auch die Jugend der nach Deutschland eingewanderten Ostjuden bekommen, so sehr ist es zu verurteilen, wenn andere Kreise aus falschen Gesichtspunkten heraus oder aus Nachlässigkeit einfach von uns ausgeschlossen bleiben. Dagegen haben die E r f o 1 g e , die wir entgegen diesen Bestrebungen in den letzten zwei Jahren im K. J. V. errungen haben, sich jetzt bereits bemerkbar gemacht: es ist in diesen Ferien zum erstem Male gelungen, Uberweisungen für das Wintersemester ernsthaft und in ausreichender Zahl durchzusetzen und den notleidenden Verbindungen zu helfen. Dieser Gewinn ist nur durch

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